
Deltaklima, Polderland
Wasser & Klima
Schiedam liegt dort, wo der kleine Fluss Schie in die Nieuwe Maas mündet. Das ist mitten im Rhein-Maas-Delta, tief im Südwesten der Niederlande. Die Stadt selbst liegt ein gutes Stück unter dem Meeresspiegel. Deiche und Pumpen schützen sie bis heute, ohne Unterbrechung.
Genau dieses flache, offene Land ist der Grund, warum der Wind hier so beständig weht. Vom Meer kommt er fast ungebremst über die Polder gezogen. Er ist stark genug, um die Flügel der Schiedamer Windmühlen selbst bei mäßigem Wetter zuverlässig zu drehen. Deshalb mussten die Mühlen ungewöhnlich hoch gebaut werden, sonst hätten umliegende Häuser ihnen den Wind genommen.
Mild und feucht bleibt das Klima über das ganze Jahr verteilt. Regen fällt gleichmäßig, statt sich in wenigen Monaten zu bündeln wie anderswo. Winter fallen selten hart aus, die Sommer bleiben angenehm kühl. Nebel liegt im Herbst oft tagelang über den Grachten, ein Bild, das zu einer Stadt passt, die vom Wasser lebt.
Wasser prägte die Stadt zunächst als Transportweg für Getreide und für fertigen Genever. Es steckt aber ebenso im Brennprozess selbst. Beim Herunterbringen des fertigen Destillats auf Trinkstärke vor der Abfüllung braucht jede Brennerei große Mengen sauberes Wasser.
Ohne den Fluss wäre über Jahrhunderte nie genug Korn angeliefert worden. Ohne den beständigen Wind hätten die Mühlen lange stillgestanden. Das Delta hat die Brennerei-Stadt genauso geformt wie ihre Bewohner es selbst getan haben, Generation für Generation.