
Kessel, Korn, Kontraste
Rohstoff
Rund um Schiedam gibt es heute kaum noch die Getreidefelder, die die Stadt einst versorgten. Das meiste Korn kommt längst mit dem Schiff, trotzdem bestimmt Getreide immer noch, was hier im Kessel landet. Es sind nur zwei ganz unterschiedliche Sorten.
Für den klassischen Schiedamer Genever gilt bis heute eine feste Regel. Moutwijn entsteht aus Roggen und gemälzter Gerste, gemahlen in einer der historischen Brennermühlen der Stadt. Das Getreide wird dreifach gebrannt. Dadurch bekommt der Moutwijn ein volles, leicht malziges Aroma. Das ist ganz anders als der neutrale Alkohol, der in den meisten Wodkas steckt.
Bei Nolet läuft daneben eine zweite Getreidegeschichte. Für Ketel One nimmt die Brennerei ausschließlich Weizen. Sie destilliert ihn in Kolonnen zu einem sehr reinen Rohbrand und veredelt einen Teil davon zusätzlich in Kupferkesseln nach. Weizen bringt weniger Eigengeschmack mit als Roggen. Genau das macht ihn für einen milden Wodka brauchbar.
Der Boden unter den Feldern der Region erklärt, warum Roggen hier so lange die erste Wahl war. Unter der bearbeiteten Kleischicht liegt schwerer Meeresklei. Darunter folgt Moorboden, der das Land absacken lässt. Roggen kommt mit einem solchen nassen, wechselhaften Untergrund besser zurecht als empfindlicherer Weizen. Moderne Drainage hat diese Regel inzwischen aber aufgeweicht.
Zwischen Roggenfeld und Weizensilo liegt so die ganze Spannbreite der Schiedamer Kessel. Genever und Wodka stammen beide aus Korn, das nie weit von der Schie geerntet wurde.
Dunkler, humoser Flussklei, seit Jahrhunderten bewirtschaftet.
Die Wurzel: Gibt Weizen und Roggen festen Halt und speichert Feuchtigkeit gleichmäßig.