
Sand & Knolle
Rohstoff
Rings um Poznań liegt die Nizina Wielkopolska. Die flache Landschaft stammt aus der letzten Eiszeit und hat einen eher mageren, sandigen Boden. Für Weizen ist das oft zu wenig, für die Kartoffel reicht es locker. Genau deshalb gilt die Region bis heute als Zentrum des polnischen Kartoffelanbaus.
Die Knollen wachsen in einer dünnen, humusarmen Sandschicht. Sie hält Wasser kaum, erwärmt sich dafür aber schnell und lässt sich leicht bearbeiten. Bauern in der Gegend setzen seit Generationen auf robuste Sorten. Diese kommen mit trockenen Sommern und mageren Böden zurecht, statt auf möglichst hohe Erträge um jeden Preis zu setzen.
Ein Teil dieser Ernte landet noch heute in der Wodkaproduktion. Der Hersteller der Luksusowa gibt an, für seine ziemniaczana, seine Kartoffelwodka, ausschließlich Knollen aus Wielkopolska und Pommern zu verwenden. Der Rohstoff bleibt also in der Region, auch wenn die Fabrik selbst nicht in Poznań steht.
Kartoffel gibt dem Wodka einen anderen Körper als Roggen oder Weizen. Er wirkt runder und schwerer auf der Zunge, oft mit einem leicht süßlichen, erdigen Unterton, der an gekochte Pellkartoffeln erinnert. Wer beide Sorten nebeneinander probiert, schmeckt den Unterschied meist schon beim ersten Schluck.
Roggen wächst auf denselben mageren Feldern. Er bleibt in Wielkopolska aber die zweite Wahl hinter der Kartoffel, anders als in den roggenreichen Regionen weiter östlich. Diese Verteilung zwischen Feld und Flasche ist einer der Gründe, warum die Kartoffel hier so eng mit dem Wodka verbunden blieb.
Humusreiche, aber leichte Sandschicht, wie sie auf der Nizina Wielkopolska verbreitet ist.
Die Wurzel: Kartoffelknollen lockern sich hier leicht aus dem Boden, brauchen aber regelmäßigen Regen, weil der Sand kaum Wasser hält.