
Seen & Frost
Wasser & Klima
Westlich und nördlich von Poznań liegt das Pojezierze Wielkopolskie. Dieses Hügelland ist übersät mit hunderten Seen, die aus schmelzendem Gletschereis entstanden. Das Grundwasser darunter sickert durch dicke Sand- und Kiesschichten. Diese filtern es auf natürliche Weise, bevor es in Brunnen und kleinen Flüssen wieder auftaucht.
Die Warta selbst entspringt weit im Süden und fließt mitten durch Poznań. Historisch war sie die Lebensader der Stadt und ihrer Fabriken. Brennereien am Fluss nutzten das Wasser zum Kühlen der Brennblasen. Sobald es gefiltert war, diente es auch zum Verdünnen des hochprozentigen Rohbrands auf Trinkstärke.
Das Klima in der Nizina Wielkopolska ist kontinental geprägt. Es bringt kalte, oft schneearme Winter und trockene, warme Sommer, mit den geringsten Niederschlägen im ganzen Land. Für die Kartoffel bedeutet das ein Risiko, weil Trockenheit im Sommer die Ernte drückt. Der kühle Winter dagegen läutete traditionell die Brennsaison ein.
Ohne Kühlung im modernen Sinn richteten sich viele Gutsbrennereien nach der Jahreszeit. Nach der Kartoffelernte im Herbst begann das Brennen. Der Frost half dabei, den Alkohol zusätzlich zu klären, weil sich Wasser und Fuselstoffe bei niedrigen Temperaturen anders verhalten als bei Wärme.
Bis heute prägt dieses Wechselspiel aus sandigem Grund, klarem Grundwasser und hartem Winter, wie in der Region gearbeitet wird. Wer durch die Seenplatte um Poznań fährt, sieht im Umland noch immer die Kombination, die den Wodka der Stadt einst möglich machte: Wasser, Kälte und karge Felder.