
Klar mit Zedernnuss
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Guter sibirischer Wodka schmeckt zunächst nach wenig, das ist gewollt. Die vielfache Rektifikation nimmt fast alle groben Aromen. Auch die Filtration durch Birkenkohle trägt dazu bei. Übrig bleibt ein klarer, leicht süßlicher Grundton aus dem Getreide, den man nur bei ruhigem Probieren richtig bemerkt.
Beluga aus Mariinsk gilt unter Kennern als besonders weich und mild. Er kommt mit vierzig Prozent Alkohol und einem sanften Abgang, der wenig brennt. Sibirskaja aus Omsk ist seit den siebziger Jahren im Handel. Er schmeckt geradliniger und wird oft pur zu deftigem Essen gereicht.
Mamont Wodka hebt sich davon ab. Der Spiritus aus sibirischen Zedernnüssen gibt dem sonst neutralen Getränk eine leicht harzige, nussige Note. Sie bleibt auch nach der Filtration durch Birkenkohle bestehen.
Zum Probieren wird das Glas kühl serviert, aber nicht gefroren hart. Sonst verschwinden auch die letzten feinen Nuancen. Ein kurzer Atemzug über dem Glas reicht meist aus. Ein kleiner Schluck, der auf der Zunge liegen bleibt, sagt mehr als ein hinuntergestürztes Glas.
Wer zwei sibirische Marken nebeneinander verkostet, merkt schnell, wie unterschiedlich neutral klingen kann. Einmal glatt und rund wie bei Beluga, einmal kantiger wie bei Sibirskaja, einmal mit Zedernnuss-Einschlag wie bei Mamont.
Fachleute empfehlen, zuerst den klaren Getreidewodka zu probieren und erst danach eine aromatisierte Variante wie Mamont. So bleibt die Zunge empfänglich für die feinen Unterschiede, bevor eine kräftigere Note wie Zedernnuss alles andere überdeckt.