Wasser & Klima in der Region St. Petersburg & Nordwesten

Ladogasee und Newa

Wasser & Klima

Der Ladogasee ist der größte See, der vollständig in Europa liegt, mit einer Fläche von rund 17.700 Quadratkilometern. Er entstand nach der letzten Eiszeit aus schmelzendem Gletschereis. Sein Wasser gilt als weich und arm an gelösten Mineralien, weil es aus Granit- und Sandböden statt aus Kalkstein zusammenläuft. Für Brennereien ist das ein Vorteil, weil weiches Wasser weniger aufwendig aufbereitet werden muss, bevor es auf hochprozentigen Alkohol trifft.

Aus dem See fließt nur ein einziger Fluss ab, die Newa, gerade einmal 74 Kilometer lang. Trotzdem führt sie mehr Wasser als jeder andere kurze Fluss Europas. Der Grund: Hinter ihr steht die gesamte Fläche des Ladogasees als Reservoir. Sie durchquert die Stadt in mehreren Armen, ehe sie in den Finnischen Meerbusen mündet.

Diese Wassermenge machte die Stadt seit jeher anfällig für Überschwemmungen. Die Flut von 1824 gehört zu den folgenreichsten der Stadtgeschichte und wurde später in der russischen Literatur verarbeitet. Für eine Brennerei direkt am Fluss bedeutet das vor allem eines: verlässlich viel Wasser. Es ist zudem verlässlich kalt und steht ganzjährig zur Verfügung.

Das Klima verschärft diesen Charakter noch. St. Petersburg liegt auf fast 60 Grad nördlicher Breite, näher am Polarkreis als an Moskau. Im Sommer bleibt es um die Sommersonnenwende die ganze Nacht hindurch hell, die berühmten weißen Nächte. Im Winter dagegen liegt der Ladogasee monatelang unter Eis, und die Newa kann streckenweise zufrieren.

Für die Brennereien der Stadt, darunter Russian Standard, ist genau diese Kälte ein Argument. Kaltes, mineralarmes Gletscherwasser aus der Ladoga-Region gilt in der Branche als besonders rein, mit wenig Eigengeschmack, der sich mit dem Aroma des Getreides mischen könnte. Ob es tatsächlich reiner ist als anderswo, kann nur ein Labor zeigen. Die geografische Nähe zur Quelle bleibt aber unbestritten.

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