
Birke & Quarzsand
Filtration
Nach der Verdünnung folgt die Filtration, in Russland traditionell über Birkenkohle. Die gesetzlich vorgeschriebene Sorte heißt BAU-A, aktivierte Kohle aus Birkenholz, benannt nach einer sowjetischen Industrienorm, die bis heute in praktisch jeder russischen Wodkafabrik verwendet wird, auch bei Tatspirtprom und Baschspirt.
Das war nicht immer so. Der kasanische Pennik des 19. Jahrhunderts lief, wie erwähnt, über Lindenholzkohle, ein regionales Verfahren, das mit der sowjetischen Vereinheitlichung der Produktion verschwand. Birkenholz wuchs in den Wäldern der Region ohnehin reichlich und ließ sich leichter in großen Mengen liefern.
Chemisch ist die Wirkung der Kohle gut untersucht: Sie bindet Fuselöle und andere Nebenprodukte der Gärung an ihrer porösen Oberfläche und macht den Sprit dadurch geruchsärmer und milder im Abgang. Vor der Kohle läuft die Flüssigkeit meist noch durch eine Schicht Quarzsand, die grobe Trübstoffe zurückhält, bevor die eigentliche Filtration beginnt. Erst danach hat der Sprit die Reinheit, die eine Flasche verlangt.
Manche Etiketten werben zusätzlich mit Silberfiltration. Belastbare Belege dafür, dass Silber den Geschmack messbar verändert, gibt es in der einschlägigen Fachliteratur nicht, die Wirkung bleibt vor allem eine Frage des Marketings. Was wirklich zählt, ist die Kontaktzeit mit der Aktivkohle und wie oft der Sprit durch die Filterbecken läuft.
Baschspirt beschreibt sein Verfahren nach eigenen Angaben ähnlich: mehrstufige Kohlefiltration vor der Abfüllung in den vier Likör-Wodka-Werken der Republik. Unabhängig geprüfte Details zu Stufenzahl oder Kontaktzeit veröffentlicht das Unternehmen öffentlich nicht. Offen bleibt damit, wie genau sich die Verfahren beider Holdings im Detail unterscheiden.