
Kama & Ural-Quellen
Wasser & Klima
Tief unter den beiden Spritfabriken Tatspirtproms in Ussady und Mamadysch liegt das Wasser, das den Sprit prägt. Eigene artesische Brunnen speisen die Produktion, nicht der nahe Fluss. Dabei liegt Kasan nur wenige Kilometer von der Mündung der Kama in die Wolga entfernt.
Weiter östlich, in Baschkortostan, kommt das Wasser buchstäblich vom Ural. Die Belaja, auf Baschkirisch Agidel genannt, entspringt in den südlichen Ausläufern des Gebirges. Sie fließt durch Ufa, bevor sie später in die Kama mündet. Ihr Quellwasser ist weich und mineralarm, ein Kontrast zum kalkhaltigeren Grundwasser weiter westlich in Tatarstan.
Kalte, oft schneereiche Winter mit Werten unter minus zwanzig Grad und kurze, warme Sommer prägen das Klima zwischen Wolga und Ural. Genau diese Kürze macht die Ernte riskant. Im Dürresommer 2010 vertrocknete das Getreide auf weiten Flächen Russlands, auch in den Wolga-Republiken. Die Folgen für Ernte und Preise waren noch Jahre später zu spüren.
Für die Brennereien zählt vor allem das Wasser unter der Oberfläche, nicht der Regen im Sommer. Schneeschmelze im Frühjahr füllt die Grundwasserleiter über Monate hinweg. Aus ihnen schöpfen die Brunnen ihr Wasser. Das macht die Wasserversorgung stabiler als die Ernte selbst, solange der Winter genug Schnee bringt.
Mordwinien liegt abseits von Wolga und Kama, an den kleineren Flüssen Mokscha und Sura. Ihr Wasser ist weicher als das der großen Ströme weiter westlich. Es ist ein eigener Ton, den die Brennerei in Saransk für ihre Erzeugnisse nutzt.