
Reinheit ohne Kohle
Filtration
Viele Wodkas werden nach der Destillation zusätzlich gefiltert. Manche Brennereien nutzen Birkenkohle, andere Holzkohle, Quarzsand oder sogar Silber. Das soll letzte unerwünschte Aromen aus dem Rohbrand holen, die die Destillation allein nicht erwischt hat. In Åhus geht die Brennerei einen anderen Weg. Sie verzichtet nach eigenen Angaben weitgehend auf diesen zusätzlichen Schritt. Diese Wahl ist bewusst, sie soll den Charakter der Kolonne nicht nachträglich verwischen.
Der Grund liegt schon in der Kolonne, die seit L.O. Smiths Zeiten in Åhus steht. Weil die Maische dort ununterbrochen durch viele Böden läuft, statt nur ein- oder zweimal gebrannt zu werden, verlässt sie den Prozess bereits mit sehr wenigen Fuselölen. Was andere Brennereien nachträglich herausfiltern müssen, bleibt hier laut Hersteller schon im ersten Schritt zurück.
Filtration entfernt bei den meisten Wodkas vor allem eines: den letzten Rest an Charakter aus dem Rohbrand, der nach der Destillation noch übrig ist. So bleibt am Ende ein möglichst neutraler Alkohol übrig. Kohle bindet manche Fuselöle, Quarzsand wirkt eher mechanisch wie ein Sieb. Ein Wundermittel gegen schlechten Rohbrand ist keines von beidem, trotz mancher Werbeversprechen.
Das Ergebnis aus Åhus schmeckt entsprechend sehr glatt und zurückhaltend. Es fehlt die rauchige Kante, die Kohlefiltration manchmal hinterlässt. Wer Wodka mit ausgeprägter Filtration aus anderen Ländern kennt, findet hier eine reinere, aber auch stillere Variante. Ihre Wirkung zieht sie eher aus dem sauberen Grundalkohol als aus einem nachträglichen Reinigungsschritt.