
Eigener Brunnen
Wasser & Klima
Direkt neben der Brennerei in Åhus stehen die eigenen Brunnen, mehr als hundertvierzig Meter tief gebohrt. Das Wasser braucht Jahrtausende, um durch Sand und Gestein zu sickern, und kommt gefiltert mit gleichbleibender Zusammensetzung an die Oberfläche. Für einen Wodka, der jede Flasche gleich schmecken soll, ist das kein Nebendetail, sondern die halbe Miete. Ohne dieses eine, verlässliche Wasser müsste jede Charge neu abgestimmt werden.
Die Brennerei nennt das ihre One-Source-Idee, Wasser, Weizen und Destillation kommen aus derselben Gegend um Åhus und Kristianstad. Keine Zutat reist von weit her, das unterscheidet die Marke von Konkurrenten, die Alkohol und Wasser aus verschiedenen Ländern zusammenführen. Es macht die Herkunft zugleich nachprüfbar, jede Charge lässt sich bis zum Brunnen und zum Feld zurückverfolgen. Wer die Herkunft jeder Zutat kennt, kann auch schneller reagieren, falls einmal etwas nicht stimmt.
An der Küste bei Åhus fällt das Klima milder aus, als man in Südschweden erwarten würde, denn die Ostsee gleicht Temperaturen aus. Winter sind hier selten extrem kalt und Sommer selten drückend heiß. Für den Weizen bedeutet das eine lange, ruhige Reifezeit ohne Hitzestress, für die Brennerei ein Grundwasser, das ganzjährig eine ähnliche Temperatur hält. Genau dieses ruhige Wetter unterscheidet Åhus von den kälteren, kontinentaleren Kornkammern Osteuropas.
Sandböden wie die um Åhus lassen Regenwasser schnell versickern, statt es abfließen zu lassen, und füllen so die tieferen Wasserschichten stetig nach. Aus ihnen schöpfen die Brunnen der Brennerei, auch wenn man den Feldern selbst nichts davon ansieht. Das Wasser arbeitet im Verborgenen, lange bevor es als Wodka in der Flasche landet. So bleibt der Brunnen auch in trockenen Sommern zuverlässig, wenn Flüsse anderswo schon Niedrigwasser führen.