
Warme Teigtaschen
Pelmeni, Pierogi und warme Küche
Neben kalten Häppchen gehört warme Küche zum Wodka-Tisch: gefüllte Teigtaschen wie russische Pelmeni oder polnische Pierogi. Diese Station erklärt ihre Herkunft, den Unterschied zwischen beiden und warum warme Gerichte den Abend anders prägen als kalte Sakuska.
Pelmeni: kleine Taschen aus Sibirien
Pelmeni sind kleine, meist mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen, die in Salzwasser gekocht und mit saurer Sahne oder Butter serviert werden. Ihre Wurzeln liegen vermutlich im Ural und in Sibirien, mit Einflüssen aus Zentralasien und der chinesischen Küche, wo ähnliche gefüllte Teigtaschen seit Langem bekannt sind. Der dünne Teig unterscheidet sie von gröberen Klößen. Gute Pelmeni erkennt man daran, dass der Teig beim Kochen nicht aufreißt.
Traditionell wurden Pelmeni im Winter in großen Mengen hergestellt und draußen in der Kälte eingefroren, ein natürlicher Gefrierschrank für Vorräte. Diese Herstellung in großen Mengen erklärt, warum Pelmeni bis heute eher als Gruppenessen gelten, oft an einem gemeinsamen Tisch zubereitet. Ganze Familien falten dabei manchmal an einem Nachmittag hunderte Stück.
Pierogi: die polnische Verwandtschaft
Pierogi sind größer als Pelmeni und werden statt gekocht oft zusätzlich in Butter angebraten. Die Füllung reicht von Kartoffel mit Quark über Sauerkraut mit Pilzen bis zu süßen Varianten mit Beeren, die eher als Nachtisch gelten. Der Teig bleibt dabei meist etwas dicker als bei Pelmeni. Das macht Pierogi insgesamt etwas sättigender pro Stück.
In Polen unterscheidet man streng zwischen deftigen und süßen Pierogi, während zum Wodka fast ausschließlich die deftigen Sorten gereicht werden. Wie bei Pelmeni gehört eine Schale saure Sahne fast immer dazu, oft ergänzt um gebratene Zwiebeln oder Speckwürfel. Manche Restaurants bieten gleich mehrere Füllungen auf einem Teller an.
Warum warme Küche den Abend verändert
Kalte Sakuska wie Salzgurke oder Speck lässt sich über Stunden auf dem Tisch stehen lassen und passt zu einem Abend mit vielen kurzen Gängen. Warme Gerichte wie Pelmeni verlangen dagegen einen festen Zeitpunkt, meist als sättigende Mitte des Abends. Sie müssen frisch vom Herd kommen, sonst verlieren sie ihren Reiz.
Deshalb tauchen Pelmeni oder Pierogi oft erst auf, wenn schon einige Gläser getrunken wurden und der Hunger auf mehr als kleine Häppchen wächst. Sie markieren einen Übergang: vom reinen Trinken mit Beilage hin zu einer richtigen Mahlzeit. Nach diesem Punkt wird meist langsamer weitergetrunken.
Weitere warme Beilagen aus der Region
Neben Teigtaschen gehören Kohlrouladen, gebratene Kartoffeln mit Speck oder eine deftige Suppe wie Borschtsch zur warmen Seite der Wodka-Küche. Alle diese Gerichte teilen dieselbe Aufgabe: Sie geben dem Abend Substanz, wenn die kalten Häppchen allein nicht mehr reichen. Eine große Schüssel reicht dabei oft für die ganze Runde.
Für einen eigenen Abend zu Hause reicht meist eine warme Zutat, etwa tiefgekühlte Pelmeni aus dem osteuropäischen Supermarkt, ergänzt um die kalten Sakuska aus den vorherigen Stationen. Wie sich das zu einem vollständigen Plan zusammenfügt, zeigt die letzte Station dieser Reise. Aufwendiges Selberkochen ist dafür keine Pflicht.
Selber machen oder fertig kaufen
Frische Pelmeni und Pierogi selbst zu formen kostet Zeit und Übung. Viele Familien treffen sich extra dafür und falten gemeinsam am Küchentisch. Das macht die Zubereitung oft zu einem eigenen kleinen Fest. Reste lassen sich problemlos einfrieren und später einfach nachkochen.
Für einen schnellen Abend reichen tiefgekühlte Varianten aus dem osteuropäischen Supermarkt völlig aus. Sie kochen in wenigen Minuten und schmecken mit Butter und saurer Sahne fast wie selbst gemacht. Auch geübte Köchinnen und Köche greifen deshalb oft zur fertigen Packung. Am Geschmack des Abends ändert das kaum etwas.