Filtration in der Region Zentralukraine

Birkenkohle & Sand

Filtration

Nach der Rektifikation bleiben trotz aller Reinheit noch Spuren von Fuselölen und Estern zurück. Die Brennereien der Region filtern deshalb ein weiteres Mal. Meist geschieht das über Säulen aus Birkenkohle. Sie wird aus dem Holz nordukrainischer Birkenwälder gebrannt.

Birkenkohle bindet organische Reststoffe an ihrer porösen Oberfläche. Das macht den Wodka tatsächlich klarer im Geschmack, ein messbarer, chemischer Effekt und kein Marketingtrick. Parallel dazu läuft der Alkohol oft durch Schichten aus feinem Quarzsand. Der Sand hält grobe Partikel zurück, bevor der Wodka in die Abfülllinie geht.

Manche Etiketten werben zusätzlich mit Silberfiltration oder Silberionen im Wasser. Ein antibakterieller Effekt von Silber ist zwar bekannt. Einen nachweisbaren Geschmacksunterschied im fertigen Wodka konnte bisher aber niemand unabhängig belegen. Dieser Schritt gilt deshalb eher als Verkaufsargument denn als Technik. Für den Geschmack im Glas zählen Birkenkohle und Kälte am Ende deutlich mehr als jedes Edelmetall im Filter.

Kühlt man den Alkohol vor dem Filtern auf wenige Grad über null ab, werden Fuselöle und Fettsäuren zäher. Sie bleiben dadurch leichter im Filter hängen. Das ist das einzige Verfahren in dieser Kette, dessen Wirkung unumstritten ist. Der Wodka wirkt danach beim Trinken weniger scharf und im Abgang runder.

Am Ende dieser Kette steht ein Alkohol, der fast völlig neutral ist. Die eigentliche Handschrift der Brennerei liegt kaum noch im letzten Filterschritt. Entscheidend sind Rohstoff und Rektifikation, nicht der Feinschliff danach.

Wie viele Filterstufen eine Brennerei einsetzt, verrät kein Etikett. Verbindlich vorgeschrieben ist in der EU nur die Mindeststärke von 37,5 Prozent Volumen, nicht der Weg dorthin. Die Anlage bei Saporischschja nahe Chortyzja setzt neben Birkenkohle zusätzlich auf Quarzsand aus der eigenen Region.

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