
Dnipro & Kontinentalklima
Wasser & Klima
Breit und träge kommt der Dnipro aus dem Norden. Er streift Kiew und weitet sich bei der Stadt Dnipro zu einem langen Stausee. Dieser zieht sich über 129 Kilometer bis hinunter nach Saporischschja. Das Wasserkraftwerk DniproHES wurde 1932 fertiggestellt. Es staute einen fast 100 Kilometer langen Abschnitt der einst berühmten Dnipro-Stromschnellen auf. Das Bauwerk liegt direkt nördlich der Insel Chortyzja.
Kalte, oft schneereiche Winter mit Frost weit im Minus wechseln sich mit heißen, trockenen Sommern ab. Dazwischen liegt nur ein kurzer Frühling. In dieser Zeit durchfeuchtet die Schneeschmelze aus dem Dnipro-Einzugsgebiet die Felder noch einmal gründlich. Danach kommt die Hitze.
Diese Spanne zwischen Frost und Hitze presst dem Getreide in kurzer Zeit viel Wachstum ab. Das macht Weizen und Roggen fester und stärkehaltiger als in milderen Klimazonen. Für die Brennereien bedeutet das eine kurze, intensive Erntezeit im Spätsommer. Danach folgen Monate, in denen die erste Maische des Jahrgangs angesetzt wird.
Wasser für die Maische und zum Verdünnen des Rohalkohols stammt in der Region meist aus tiefen Brunnen. Diese sind durch mehrere Meter Löss und darunterliegendes Gestein gefiltert. Manche Brennereien nutzen auch Wasser direkt aus dem Dnipro-Stausee. Beides liefert weiches, mineralarmes Wasser, das den Geschmack des Getreides nicht überdeckt.
Im Winter kann der Fluss an seinen Rändern zufrieren. Das erschwert die Wasserentnahme kurzzeitig. Die Brennereien legen ihre größeren Wartungsarbeiten deshalb traditionell in diese kalte, produktionsärmere Jahreszeit. Dann steht ohnehin weniger frisches Getreide zur Verarbeitung an.
So bleiben Fluss und Klima das ganze Jahr über Teil der Produktion, weit über die Erntezeit im Spätsommer hinaus.