
Kartoffel, Traube, Molke
Rohstoff
Kartoffeln, Trauben, Ahornsaft, Molke: In Idaho, Kalifornien und Vermont wächst der Rohstoff für Wodka nicht auf demselben Feld. Jede Region nutzt, was vor der eigenen Haustür wächst. Ein einziges Getreide, wie es Roggen oder Weizen in Osteuropa vorgibt, kennt die amerikanische Craft-Szene außerhalb von Texas kaum.
Um die Kleinstadt Shelley und im Teton Valley bauen Brennereien wie 44° North und Grand Teton Distillery ihre eigenen Kartoffeln an. Meist sind es die Sorten Burbank und Russet. Der Boden der Snake River Plain besteht aus feiner, windgetragener Lössschicht über vulkanischem Basaltgestein, einem Erbe uralter Lavaflüsse. Die lockere obere Schicht lässt die Knollen gleichmäßig und rund wachsen. Das poröse Gestein darunter leitet Wasser schnell ab, deshalb sind die Felder auf Bewässerung aus dem Snake-River-Aquifer angewiesen. Kartoffelmaische ist zudem stärkereicher und zäher als Getreidemaische, was beim Maischen mehr Aufwand verlangt.
In Alameda bei San Francisco geht die Brennerei Hangar 1 einen anderen Weg. Viognier-Trauben werden im Kupferbrennkessel zu einem Destillat verarbeitet. Ein neutraler Weizenspiritus aus der Kolonne kommt dazu. Erst der Verschnitt beider Ströme ergibt den fertigen Wodka, mit einer leicht fruchtigen Note, die von der Rebe stammt und nicht vom Getreide.
In Vermont nutzt die Brennerei Vermont Spirits einen Rohstoff, der sonst im Abfluss der Käsereien landet: Molke. Sie ist das milchzuckerhaltige Nebenprodukt der Käseherstellung aus lokalen Molkereien. Vergoren und destilliert ergibt sie einen Wodka, den die Brennerei selbst als Vermont White vermarktet. Der Name erinnert an die Milch, aus der die Molke stammt.
feiner, windgetragener Schluffboden mit Anteilen vulkanischer Asche
Die Wurzel: Locker genug, damit die Kartoffelknolle rund und makellos wächst.