
Aquifer, Schnee, Ahornsaft
Wasser & Klima
Wasser bedeutet in dieser Region nicht überall dasselbe. Unter der Snake River Plain in Idaho liegt einer der größten vulkanischen Grundwasserleiter Nordamerikas. Schmelzwasser aus den Rocky Mountains speist ihn ständig nach. 44° North und Grand Teton Distillery schöpfen ihr Brennwasser aus genau diesem Aquifer und aus Bächen, die direkt von den Teton-Bergen herabfließen. Über Jahrtausende hat sich das Wasser durch das poröse Basaltgestein gefiltert, bevor es an die Oberfläche tritt.
Das Klima der Hochebene ist trocken, mit kalten Wintern und heißen, wasserarmen Sommern. Ohne künstliche Bewässerung aus dem Aquifer würden die Kartoffelfelder in der Sommerhitze verdorren. Ohne das kühle Grundwasser ließe sich der Wodka im Sommer kaum auf Brenntemperatur halten. Für beide Brennereien ist der Aquifer damit mehr als eine Zutat, er ist die Grundbedingung für den Betrieb.
In Vermont ersetzt eine andere Flüssigkeit das Wasser: Ahornsaft. Er fließt nur, wenn nachts Frost herrscht und tagsüber die Sonne den Baum auftaut. Dieses Wechselspiel aus Kälte und Wärme bringt die Bäume im März und April in Bewegung. Ohne diesen Temperatursprung bleibt der Saft im Stamm, und die Erntesaison dauert oft nur wenige Wochen im Jahr.
Die Brennerei verdünnt den fermentierten Saft am Ende mit reinem Vermont-Quellwasser, bevor er die Kolonnenbrennerei verlässt. So trifft in einem einzigen Land trockenes Hochplateau-Wasser aus vulkanischem Gestein auf den Saft von Laubbäumen im feuchten Neuengland. Zwei Klimazonen, zwei völlig verschiedene Wasserquellen, ein gemeinsamer Name auf dem Etikett: Wodka.