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Verkosten in der Region Gaume & Orval

Kelch, Schaum, Brett

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Wie schmeckt Orval? Das Bier ist trocken, herb und hopfig, mit einem Duft nach Zitrusschale, Heu und feuchtem Keller. Im Mund prickelt es kräftig, dann folgt eine klare Bittere, und im Abgang bleibt eine leichte, frische Säure zurück. Süße spielt kaum mit. Wer Dubbel oder Tripel kennt, erlebt hier das Gegenteil. Diese Strenge ist Absicht und kein Fehler, denn sie macht das Bier zu einem Begleiter für kräftiges Essen.

Als Beispiele für die Gaume taugen drei Brauereien. Orval selbst, mit Sitz in Villers-devant-Orval, braut im Kern ein einziges Bier. Die Brasserie Sainte-Hélène in Virton gründete Eddy Pourtois, der 1995 mit dem Hausbrauen begann und seit 1999 gewerblich braut. In Florenville steht die Brasserie des Djeus, die 2017 eröffnete und ihre Biere nach Wörtern aus dem Gaume-Patois benennt.

Getrunken wird Orval klassisch aus einem großen Stielglas, dem Kelch, mit weitem Bauch. Er fasst die Aromen und gibt dem kräftigen Schaum Platz. Auch ein Tulpenglas, das sich nach oben wieder verengt, erfüllt diesen Zweck. Das Glas muss sauber und fettfrei sein, sonst fällt der Schaum schnell zusammen.

Zur Temperatur: Orval schmeckt am besten kühl, aber nicht eiskalt. Bei Kühlschrankkälte verschwinden die feinen Aromen der Hefe und des Hopfens, bei Zimmertemperatur wirkt das Bier schwer. Etwas wärmer als ein Pils ist ein guter Ansatz. Die Flasche steht vorher ruhig, damit sich die Hefe setzt.

Beim Einschenken hilft Geduld. Das Glas hält man leicht schräg, gießt langsam und lässt den Schaum entstehen. Der Bodensatz bleibt zunächst in der Flasche, und ob man ihn am Ende mittrinkt, ist reine Geschmackssache. Er macht das Bier trüber und hefiger, aber nicht schlechter.

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