
Aroma aus Übersee
Hopfen
Wächst in Dänemark Hopfen? Nicht in einem Maß, das Brauer bei der Einkaufsplanung beschäftigt. Die Brauereien um Kopenhagen beziehen ihren Hopfen aus den großen Anbauländern, ob als frische Dolden, als Pellets oder als Extrakt. Deutschland kam 2025 auf 18.962 Hektar, die USA auf 17.057 Hektar.
Hopfen gibt dem Bier zwei Dinge. Die Alphasäuren in den Dolden machen es bitter und gleichen die Süße des Malzes aus. Die ätherischen Öle bringen Duft nach Blüten, Gras, Zitrus oder Harz. Welche Wirkung überwiegt, hängt von der Sorte und vom Zeitpunkt der Zugabe ab.
Für ein Lager nach Carlsberg-Art passt klassischer Aromahopfen. Sorten wie Hallertauer Mittelfrüh oder Saazer geben dem Bier einen feinen, kräuterigen Duft und eine Bittere, die im Hintergrund bleibt.
Ganz anders arbeiten die Craft-Brauer. Mikkeller ist für stark gehopfte Biere bekannt, vor allem India Pale Ales mit amerikanischen Sorten wie Citra oder Mosaic. Sie duften nach Mango, Grapefruit und Beeren, und ihre Bittere ist deutlich höher als bei einem dänischen Pils.
Dazu kommt oft das Kalthopfen, auch Trockenhopfung genannt. Dabei wird Hopfen nach der Gärung ins Bier gegeben, ohne zu kochen. So bleibt das Aroma erhalten, ohne dass die Bittere stark steigt.
Bei einem Besuch in Vesterbro oder Nørrebro lässt sich der Unterschied leicht schmecken. Ein dänisches Pils ist eher mild gehopft, ein India Pale Ale aus der Craft-Szene setzt den Hopfen in den Vordergrund.