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Verkosten in der Region Brandenburg & Lausitz

Tulpe, Stange, Kühle

Verkosten

Ein Schwarzbier aus Neuzelle riecht beim ersten Schnuppern nach Brot, Kakao und einer Spur Karamell. Dann kommt eine milde Süße, die vom Invertzucker unterstützt wird, und am Ende steht eine kurze, trockene Bittere. Viele erwarten Rauch und Kaffee wie bei einem Stout, finden aber ein weiches, leicht trinkbares Bier.

Zum Vergleich gibt es drei Biere aus der Region, die sich gut gegenüberstellen lassen. Der Schwarze Abt der Klosterbrauerei Neuzelle für das dunkle Schwarzbier, das Lausitzer Porter der Bergquell-Brauerei Löbau für die kräftigere Seite und ein Lagerbier von Landskron in Görlitz, um zu schmecken, wie das helle Gegenstück aus langer Kellerlagerung wirkt. Wer es ausgefallener mag, probiert ein Bier der Spreewälder Privatbrauerei 1788 aus Schlepzig.

Als Glas passt für Schwarzbier die Tulpe oder ein Stangenglas, weil der Schaum darin stabil bleibt und der dunkle Körper gut zu sehen ist. Das Porter schmeckt aus einem Glas mit Bauch besser, denn so sammeln sich die Röstaromen. Ein Krug taugt für beide, nimmt dem Bier aber die Farbe.

Die Temperatur macht den Unterschied. Dunkle Biere schmecken bei etwa 8 bis 10 Grad, also weniger kalt als ein Pils. Zu kalt serviert, verschwinden Brot und Kakao, und es bleibt nur die Bittere. Wer ein Porter probiert, lässt es ruhig ein paar Minuten im Glas stehen.

Beim Einschenken hält man das Glas schräg und lässt das Bier an der Wand laufen. Wenn das Glas zu etwa zwei Dritteln gefüllt ist, stellt man es gerade und lässt die Krone wachsen. So entsteht ein cremiger, feinporiger Schaum, der das Aroma einschließt. Wer dann noch eine Minute wartet, hat ein Bier, das sich ruhig setzen konnte.

Dazu im Lexikon

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