
Vase und Schaum
Verkosten
Wie schenkt man Weißbier richtig ein? Das Glas steht schräg, das Bier läuft an der Wand entlang, und gegen Ende stellt man es gerade, damit der Schaum aufsteigt. Die Hefe am Boden schwenkt man zuletzt mit dem Rest der Flasche auf und gießt sie darüber.
Das typische Weißbierglas ist hoch, schlank und oben weit, eine Vase, die den dichten Schaum trägt. In Bayern fasst es einen halben Liter, ein Maßkrug im Festzelt dagegen einen Liter. Das Wort Maß steht in Bayern für genau diesen Liter.
Trinktemperatur: kühl, aber nicht eiskalt, etwa 6 bis 8 Grad. Zu kalt unterdrückt es die Banane, zu warm macht es breit.
Als Beispiele dienen drei Biere der Erdinger Weißbräu. Das Weißbier mit feiner Hefe ist der Standard. Die Urweiße kommt mit 4,9 Prozent und Karamellton, sie schmeckt etwas herber. Das Dunkel zeigt, wie viel Röstmalz ein Weißbier verträgt. Wie kräftig die Sorten ausfallen, zeigt am besten der direkte Vergleich im Glas.
Beim Probieren riecht man zuerst, dann trinkt man einen Schluck mit viel Schaum. Banane steht oft vorne, Nelke folgt, im Abgang bleibt Weizen, vielleicht ein Hauch Zitrone. Wer will, probiert dasselbe Bier hell, dunkel und kristall nebeneinander.
Beim Zapfen aus dem Fass spielt die Hefe ebenfalls mit. Der Wirt spült das Glas vor dem Zapfen kalt aus, dann haftet der Schaum besser am Glas. So bleibt der Schaum cremig und fällt nicht zusammen.