
Kelch, Kork, Geduld
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Beim ersten Schluck Jenlain Ambrée fällt die Malzsüße auf, dann kommen Karamell, ein Hauch Nuss und eine milde Würze. Die Bittere bleibt im Hintergrund, die Kohlensäure ist feinperlig. Das Bier ist kräftig, aber nicht schwer, und bleibt lange am Gaumen.
Als Beispiele eignen sich drei Biere. Das Jenlain Ambrée der Brasserie Duyck gilt als Maßstab für den Stil, ursprünglich mit 7,5 Prozent Alkohol angeboten. Das 3 Monts der Brasserie in Saint-Sylvestre-Cappel hat nach Angaben der Brauerei 8,5 Prozent und schmeckt wärmer und runder. Das Ch'Ti Blonde von Castelain ist heller und eignet sich, um den Unterschied zur Ambrée kennenzulernen.
Ein Kelch- oder Tulpenglas passt am besten, weil es das Aroma bündelt. Das Bier sollte kühl sein, aber nicht eiskalt, denn bei großer Kälte verschwinden die feinen Malznoten. Zimmerwarm wird es dagegen schnell süßlich.
Beim Öffnen von Flaschen mit Korken gilt: Den Korken mit der Hand festhalten und langsam lösen, denn die Kohlensäure kann ihn herausdrücken. Wer die großen Flaschen teilt, schenkt vorsichtig ein, damit eine Hefeschicht am Boden nicht mit ins Glas gelangt, falls sie sich dort abgesetzt hat.
Im Estaminet kommt das Bier oft vom Fass. Dann stehen kleinere Gläser auf dem Tisch, ein Demi sind in Frankreich 25 Zentiliter. Wegen des hohen Alkoholgehalts trinken die Gäste die Bière de Garde eher langsam und nicht zum Löschen des Durstes.