
Pint und Geduld
Verkosten
Wie schmeckt ein Stout aus Cork? Die Nase nimmt zuerst Röstmalz wahr, dann Kaffee und etwas Bitterschokolade. Am Gaumen ist das Bier weich und trocken, der Abgang bleibt kurz bitter und hinterlässt eine leichte Röstnote.
Zum Probieren eignen sich Murphy's Irish Stout und Beamish Irish Stout, die beiden Marken der Stadt, beide heute bei Heineken Ireland in Cork gebraut. Für den Vergleich mit den kleinen Häusern kann man ein Stout oder Porter von Franciscan Well oder Rising Sons danebenstellen. Die Brauerei Elbow Lane nennt sich eine der wenigen in Irland, die streng nach dem deutschen Reinheitsgebot brauen.
Getrunken wird das Stout im Pint, dem Glas mit 568 Millilitern, in der Form einer leicht geschwungenen Tulpe. Das breite Oberteil gibt der Schaumkrone Platz. Wer eine kleinere Menge will, bestellt ein Glas, wie das halbe Pint in Irland heißt.
Die Temperatur liegt im Mittelfeld: kühl, aber nicht eiskalt. Bei zu viel Kälte verschwinden die Röstaromen, bei zu viel Wärme wirkt das Bier flach. Ein Stout vom Fass im Pub kommt meist in einem Bereich, in dem beides stimmt.
Das Zapfen dauert, und das hat Gründe. Ein Stout mit Stickstoff läuft zuerst bis etwa zu drei Vierteln ins Glas und setzt sich, dann wird aufgefüllt. In dieser Zeit steigen die feinen Bläschen auf und bilden die dichte, helle Krone. Wer ungeduldig ist, bekommt ein Bier mit zu wenig Schaum. Deshalb steht das Glas nach dem ersten Zapfen eine Weile auf dem Tresen.