
Bittere und Aroma
Hopfen
Südtirol ist Obst- und Weinland. Apfelwiesen und Rebhänge füllen die Täler, Hopfen gehört nicht zu den Hauptkulturen. Die großen Hopfengärten liegen anderswo, und die Brauer beziehen ihren Hopfen von dort.
Was macht Hopfen im Bier? Er liefert zwei Dinge. Die Bitterstoffe lösen sich beim Kochen der Würze, also der gezuckerten Flüssigkeit aus Malz und Wasser, und halten die Süße im Gleichgewicht. Die Aromastoffe sind flüchtig und gehen leicht verloren, deshalb kommen sie erst spät in den Kessel.
Gemessen wird die Bittere in IBU, den International Bitterness Units. Ein Helles liegt etwa bei 16 bis 22, ein deutsches Pils bei 22 bis 40, ein Export bei 20 bis 30. Die Zahl sagt, wie viele Bitterstoffe im Bier stecken, nicht, wie bitter es schmeckt, denn viel Süße des Malzes verdeckt vieles.
Ein Beispiel: Forst V.I.P. Pils ist als Pils auf mehr Hopfenwürze angelegt als ein Export. Das Pils soll trocken enden, die Bittere verfliegt rasch, und im Mund bleibt ein sauberer, leicht herber Nachklang. Ein Export dagegen lässt mehr Malzsüße stehen, weil ihm weniger Hopfen entgegensteht.
Handwerksbrauereien gehen weiter. Das Batzen Bräu in Bozen braut neben klassischen Sorten auch ein IPA, das reichlich Aromahopfen verträgt und nach Zitrusfrüchten und Harz duften kann. Im Vergleich dazu wirkt ein Lagerbier aus dem Tal zurückhaltend, und gerade das macht es zum Essen so brauchbar, weil es die Speisen begleitet statt sie zu überdecken.