
Import und Sorachi
Hopfen
Hopfenfelder prägen die Landschaft um Kyoto und Osaka nicht. Japanischer Hopfen wächst vor allem im kühleren Norden der Hauptinsel Honshu, etwa in Iwate und Akita. Weltweit standen 2025 laut BarthHaas knapp 52.660 Hektar unter Hopfen, in Japan ist es nur ein kleiner Teil davon.
Eine Sorte macht Japan trotzdem bekannt. Sorachi Ace wurde von der Brauerei Sapporo gezüchtet und fällt durch Aromen von Zitrone und Dill auf. Mit ihr zeigt sich, wie weit Hopfen im Aroma auseinanderliegen kann, und seither benutzen sie auch Craft-Brauer in anderen Ländern.
Die Bittere kommt aus den Alphasäuren, die beim Kochen der Würze in Wasser übergehen. Sie wird in IBU gemessen, der Skala der Bittereinheiten. Das Aroma stammt dagegen aus den ätherischen Ölen und bleibt erhalten, wenn der Hopfen spät oder kalt zugegeben wird.
Kyoto Brewing braut nach eigener Darstellung vom belgisch geprägten Hybridbier über IPA bis zu kräftig dunklen Bieren. IPA, kurz für India Pale Ale, ist ein stark gehopftes, helles Bier. Für diesen Stil sind Hopfen aus den USA oder Neuseeland üblich, bei vielen japanischen Craft-Brauern kommt er daher aus dem Ausland.
Das helle Lager, das den japanischen Markt dominiert, ist dagegen nur wenig gehopft. Der Hopfen soll dort die Süße ausgleichen und sauber bitter abschließen, aber nicht auffallen. Dieser Gegensatz zwischen zurückhaltendem Alltagsbier und lautem Craft-Bier ist ein Stück japanischer Bierkultur. Craft-Biere wie die von Kyoto Brewing oder Minoh Beer setzen die Akzente bewusst deutlicher als das Alltagslager.