
Bittere und Aroma
Hopfen
Wie bitter ist ein polnisches Lagerbier wie das Tyskie? Es ist nur mäßig bitter, ein Pils kann dagegen bis 40 IBU und mehr erreichen. IBU ist die Maßzahl für die Bittere, gemessen an den Bitterstoffen im Bier.
Hopfen erfüllt im Sud zwei Aufgaben. Wird er lange gekocht, gibt er Bitterstoffe ab, die die Süße des Malzes ausgleichen. Wird er erst kurz vor Ende des Kochens zugegeben, bleiben seine Aromaöle im Bier, und es riecht nach Gras, Kräutern oder Blüten.
In Oberschlesien selbst wächst kaum Hopfen. Wer ein helles Lager im Stil der böhmischen Biere braut, greift klassisch zum Hopfen aus Žatec, auf Deutsch Saaz. Von dort stammt die Sorte Saazer, deren Aroma würzig und fein ist. Welche Sorten Tyskie genau verwendet, ist eine Angabe der Brauerei und steht hier nicht fest.
Der Hopfen wird als Dolden geerntet, getrocknet und meist zu Pellets gepresst. Große Brauereien arbeiten mit solchen Pellets oder Extrakten, weil sie lange halten und sich genau dosieren lassen.
Die Bittere des Bieres richtet sich an die Gewohnheit der Region. Für Tychy zählt vor allem der Stil. Ein Bier, das man in einem Industrierevier nach der Schicht trinkt, soll ausgewogen sein, trinkbar in größeren Mengen und ohne scharfe Bittere. Die Hopfung bleibt deshalb zurückhaltend. Wer ein sehr bitteres Bier sucht, findet es eher bei einem Pils aus Franken oder bei den stark gehopften Bieren der Craft-Szene.