
Pint und Zapfhahn
Verkosten
In Ohio wird Bier meist aus dem Pint-Glas getrunken, einem hohen, nach oben breiter werdenden Becher mit knapp einem halben Liter Inhalt, genauer 473 Milliliter. Es ist das Standardglas der amerikanischen Kneipe und passt zu Lager, Pale Ale und IPA gleichermaßen. In Over-the-Rhine und in Ohio City gehört es zu fast jeder Bestellung.
Wie schmeckt ein Dortmunder aus Cleveland? Ein Dortmunder wie das Dortmunder Gold von Great Lakes zeigt einen runden Malzkern mit leichter Süße, der Abgang bleibt mild. Dazu passt ein kühles Glas, aber kein eiskaltes, sonst verschwindet das Malz.
Das Burning River Pale Ale riecht nach Grapefruit und etwas Kiefernharz. Es schmeckt klar bitter, trocken und frisch. Rhinegeists Truth IPA ist hopfiger und schwerer, mit Zitrus und Tropenfrucht im Duft. IPA schmeckt etwas wärmer besser, weil sich der Hopfenduft dann entfaltet.
Das Christian Moerlein Select Lager erinnert an den älteren Cincinnati-Geschmack, ein milder Lagertyp mit dezenter Bittere.
Der Geschmack hängt auch vom Zapfen ab, und gerade ein frisch gezapftes Lager wirkt weicher als eines aus der Flasche. Gezapft wird in den meisten Brewpubs vom Fass, mit einem Hahn pro Sorte. Der Schaum sollte zwei Finger hoch stehen und das Bier nicht verdecken. Probiergläser in kleineren Mengen machen es leicht, mehrere Stile zu vergleichen, ohne viel zu trinken. Wer die Biere nebeneinander stellt, sieht die Farben von Goldgelb über Bernstein bis Kupfer und merkt zuerst am Duft, wie verschieden Lager, Pale Ale und IPA sind.