
Pint und Tulpe
Verkosten
Ein frisches Steam Beer bekommt man in San Francisco heute in den Brauhäusern der jüngeren Brauer. Das Klassikerbier Anchor Steam, das zum Maßstab des Stils wurde, entsteht seit der Schließung der Brauerei im Juli 2023 nicht mehr in der Mariposa Street.
Als Geschmacksbeispiele für die Bucht taugen die Brauereien, die sich der Stadt verpflichtet fühlen. Das 21st Amendment gründete sich im Jahr 2000 im Viertel South Park, nur wenige Straßen vom Baseballstadion entfernt. Magnolia betreibt Standorte in Dogpatch und Haight. Speakeasy knüpft nach eigener Aussage an das Brauen vor der Prohibition an.
Das passende Glas ist in den USA das Pint, also etwa 473 Milliliter oder 16 amerikanische Flüssigunzen. Für Steam Beer ist es ideal, weil es Schaum und Duft gut hält. IPAs gönnt man gern ein tulpenförmiges Glas, das den Hopfenduft bündelt.
Die Trinktemperatur liegt bei Steam Beer um die 8 bis 10 Grad. Das ist wärmer als bei einem Pilsner, denn zu viel Kälte verschließt das Karamell- und Brotaroma. Beim West-Coast-IPA genügt eine ähnliche Temperatur, damit der Hopfenduft sich entfalten kann.
Wer verkostet, geht in drei Schritten vor: Zuerst die Farbe ansehen, sie sollte bernsteinfarben und klar sein. Dann am Glas riechen und nach Brotkruste und Harz suchen. Zuletzt trinken und prüfen, wie lange die Bittere im Nachhall bleibt. Ein gutes Steam Beer endet trocken und lädt zum nächsten Schluck ein, ohne zu schwer zu sein.
Zum Mitnehmen gibt es den Growler, eine Glasflasche mit 1,9 Litern, und den Crowler, eine Dose mit 946 Millilitern, die direkt an der Zapfanlage abgefüllt wird.