
Fünf geschützte Namen
Region & Geschichte
Was ist Šljivovica, und wer darf den Namen tragen? Der Pflaumenbrand ist auf dem ganzen Balkan verbreitet, doch in Kroatien und Slowenien stehen mehrere Brände unter eigenem, geschütztem Namen. Kroatien gehört seit 2013 zur EU, Slowenien seit 2004. Für Kroatien führt das EU-Register Hrvatska stara šljivovica, Slavonska šljivovica und Hrvatska loza, für Slowenien Dolenjski sadjevec und Brinjevec.
Die Hrvatska stara šljivovica darf aus ganz Kroatien kommen. Als Beleg für die Tradition nennt ihre Spezifikation die Zagreber Fabrik Patrija, gegründet 1886, die einen Pflaumenbrand unter dem Namen „Stara samostanska šljivovica“ anbot, und sie verweist auf einen Messekatalog von 1925. Als heutiges Beispiel führt das Dokument die Stara Badel šljivovica aus dem Zagreber Haus Badel 1862 an.
Die Slavonska šljivovica gehört dagegen zu Slawonien, dem Flachland im Osten des Landes zwischen Save und Drau. Dort stehen seit Generationen Pflaumenbäume an den Hofrändern, und die Spezifikation spricht von einer Brenntradition, die mehr als ein Jahrhundert zurückreicht. Sie wird einmal gebrannt und reift in Fässern aus slawonischer Eiche.
Slowenien setzt andere Akzente. Der Dolenjski sadjevec stammt aus Dolenjska, dem Unterkrain im Südosten, und entsteht aus gemischtem Obst. Der Brinjevec wird aus vergorenen Wacholderbeeren gebrannt. Am bekanntesten sind der Kraški brinjevec von der Karsthochfläche und aus den Brkini sowie der Pleterski brinjevec, der in der Kartause Pleterje in Dolenjska hergestellt wird. Der Kraški brinjevec wird nach Darstellung des slowenischen Rundfunks seit Jahrhunderten von Bauern gebrannt und wurde vor etwa 200 Jahren erstmals erwähnt.
Zwei weitere geschützte Namen sind keine Obstbrände: Die Hrvatska travarica ist eine Kräuterspirituose, der Zadarski maraschino ein Likör aus Zadar. Wie sie sich von den Bränden unterscheiden, erklärt die Station zum Brandstil.