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Region & Geschichte in der Region Serbien

Kulturerbe 2022

Region & Geschichte

Warum steht ein Pflaumenbrand auf der UNESCO-Liste? Weil die Šljivovica in Serbien mehr ist als ein Getränk: Bei ihrer Sitzung in Rabat, die vom 28. November bis 3. Dezember 2022 dauerte, nahm ein UNESCO-Komitee die „sozialen Praktiken und das Wissen rund um die Zubereitung und den Gebrauch des traditionellen Pflaumenbrands Šljivovica“ in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

Gewürdigt wird damit ein Können, kein Etikett. Gemeint ist das Wissen, den Brand im eigenen Haus herzustellen, und der Umgang damit im Alltag und bei Ritualen. Weitergegeben wird es in Familien und Dorfgemeinschaften: Die Jüngeren wachsen Schritt für Schritt in die einzelnen Arbeiten hinein. Nach der Begründung der UNESCO geben vor allem Frauen das Wissen um Rituale, Hausmittel und Küche weiter, und selbst das Handwerk der Kupferkessel wird in Werkstätten gelehrt.

Was ist der Unterschied zwischen Rakija und Šljivovica? Rakija ist der Sammelname für Obst- und Traubenbrände auf dem Balkan, Šljivovica heißt der aus Pflaumen. Mit dem türkischen Rakı, einer Anisspirituose, hat das nichts zu tun. In vielen ländlichen Haushalten Westserbiens wird der Brand bis heute selbst gemacht, und ein großer Teil bleibt in der Familie, wird verschenkt oder zu Festen auf den Tisch gestellt.

Rechtlich ist die Lage nüchtern. Serbien gehört nicht zur EU, und im EU-Register für geografische Angaben steht kein serbischer Brand. Die UNESCO-Eintragung ist kein Gütesiegel: Sie sagt nichts darüber, wie stark, wie alt oder woher eine bestimmte Flasche ist.

Wie das Brennen abläuft, erklären die folgenden Stationen. Wer in Deutschland selbst Obst zu Brand verarbeiten möchte, braucht dafür eine Erlaubnis; privates Brennen ohne sie ist verboten.

Dazu im Lexikon

Tresterbrand im Vergleich: Grappa aus Italien
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