
Salat und Rakia
Essen & Brauchtum
Auf einem bulgarischen Tisch steht die Rakia oft neben dem Shopska-Salat. Er besteht aus Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebel und Petersilie, obenauf liegt geriebener weißer Käse. Benannt ist er nach der Landschaft Shopluk im Westen des Landes, rund um Sofia.
Dass beide zusammengehören, ist eine Tischsitte. Der Salat gilt traditionell als Vorspeise, und die Rakia kommt dazu, bevor das Hauptgericht aufgetragen wird. Der Salat ist frisch und säuerlich, der Käse salzig und cremig, und die klare Rakia schneidet beides auf.
Eine Muskat-Rakia mit Rosenduft kann dem Salat etwas Blumiges entgegensetzen. Eine Pflaumenrakia mit Eichenton hat dagegen Gewicht genug für Gegrilltes wie Kebapche, die länglichen Röllchen aus Hackfleisch.
Wer in Pomorie am Schwarzen Meer unterwegs ist, kommt am Salzmuseum nicht vorbei, das 2002 eröffnet wurde. Es zeigt, wie nach dem alten Anchialos-Verfahren Meersalz in Salzgärten gewonnen wird. Der Ort trägt zugleich den Namen einer der geschützten Traubenrakias.
In der Mehana, dem traditionellen bulgarischen Wirtshaus, stehen zur Rakia kleine Teller bereit, etwa mit Käse, Salat oder luftgetrockneter Wurst wie Lukanka. Zwischen den Schlucken kommt ein Bissen vom Käse oder ein Stück Tomate, und so verteilt sich der Abend über Stunden, und das Gespräch gehört dazu.
Troyan feiert Pflaume und Pflaumenbrand mit einem eigenen Festival, das Besucher in die Stadt am Rand des Balkangebirges zieht.
Rakia steht am Tisch als Begleiter. Ein kleines Glas, in Ruhe getrunken, zwischen den Bissen, so gehört sie in Bulgarien zum Essen.