
Rosen und Vanille
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Für Rakia eignet sich ein Tulpenglas oder Nosing-Glas, weil es sich nach oben verjüngt und den Duft an der Öffnung sammelt. Bei Zimmertemperatur, eher kühl als warm, etwa zwischen 16 und 20 °C, öffnen sich die Aromen am besten. Zu kalt serviert, verschließen sie sich.
Eine Slivenska perla zeigt zuerst die Farbe, von hellem Gelb bis Bernstein. In der Nase kommen Rosen, Rosengeranie und Muskat, darunter liegt ein buttriger Ton. Das ist ein Muskatbrand, wie ihn die technische Akte beschreibt.
Die Straldjanska Muscatova rakya bleibt blumiger und leichter, mit Rose und Geranie im Vordergrund. Die Bourgaska Muscatova rakya geht in Richtung Trockenfrucht und Vanille, ihr Duft ist wärmer und süßer.
Die Karnobatska grozdova rakya liegt dazwischen. Sie riecht nach reifen Trauben, dazu kommen Apfel und Feige. Sie ist hellgelb und mindestens 40 % vol stark.
Die Troyanska slivova rakya hat die Pflaume im Zentrum, darüber legen sich Eiche und Vanille. Partien, die länger im Holz lagen, sind dunkler und tiefer, sie erinnern eher an gereifte Pflaumen als an frische.
Stehen mehrere Rakias nebeneinander, beginnt man mit der leichtesten und endet bei der Pflaume aus dem Holz, weil schwere Aromen die feinen übertönen. Zwischen den Proben hilft ein Stück Brot und ein Schluck Wasser, damit die Nase wieder frei wird und der Unterschied zwischen Blüte und Trockenfrucht deutlich bleibt.
Auf dem Gaumen entscheidet der Abgang. Hält die Frucht an, kommt Holz, wird es bitter oder bleibt es rund? Ein Tropfen Wasser im Glas kann die Aromen lösen. Bei hohen Stärken ist ein kleiner Schluck mehr als genug, um alles zu erkennen.