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Region & Geschichte in der Region Bulgarien

Zwölf Herkunftsnamen

Region & Geschichte

Was ist Rakia? In Bulgarien heißt so ein Brand aus Trauben, Pflaumen, Aprikosen oder anderem Obst, geschrieben ракия, und er gilt im Land als Nationalgetränk. Mit dem türkischen Rakı hat er wenig gemein, denn Rakı ist eine Anisspirituose. Die bulgarische Rakia lebt von Frucht und, wenn sie im Fass lag, von Holz.

Seit dem EU-Beitritt Bulgariens 2007 gilt für sie die europäische Spirituosenverordnung. Zwölf bulgarische Rakias haben darin eine geschützte geografische Angabe, zehn aus Trauben und zwei aus Pflaumen.

Die Traubenrakias tragen die Namen Karlovska, Sliven (dort heißt sie auch Slivenska perla), Pomorie, Sungurlare, Suhindol, Yambol, Targovishte und Karnobat. Dazu kommen zwei Muskat-Rakias, die Bourgaska Muscatova rakya aus Burgas und die Straldjanska Muscatova rakya aus Straldzha. Rechtlich sind alle zehn Weindestillate und stehen in der Verordnung unter „Branntwein“. Sie liegen damit näher an Weinbrand und Cognac als an Grappa, der aus Trester entsteht.

Die Orte sind über das Land verteilt: Burgas und Pomorie am Schwarzen Meer, Sliven, Yambol, Karnobat und Sungurlare im Osten, Targovishte im Nordosten, Suhindol im Norden, Karlovo am Fuß des Balkangebirges. Die Karnobater Rakia etwa entsteht in mehreren Gemeinden im Osten des Landes.

Die beiden Pflaumenrakias, Troyanska slivova rakya und Loveshka slivova rakya, gehören in den Norden. Nach der technischen Akte wachsen die Pflaumen für die Troyaner Rakia in den nördlichen Vorbergen des Balkangebirges, in der Gemeinde Troyan.

In vielen bulgarischen Familien lagern eigene Rezepte und Flaschen für besondere Anlässe. Die geschützten Namen stehen dagegen für Brennereien, die sich an die jeweilige technische Akte halten.

Dazu im Lexikon

Cognac und Armagnac, die berühmtesten Weindestillate
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