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Frucht & Rohstoff in der Region Rumänien & Siebenbürgen

Pflaume und Rebe

Frucht & Rohstoff

Im Spätsommer hängen die Pflaumenbäume in den Gärten von Argeș so schwer, dass die Äste durchbiegen. Rumänien gilt als größter Pflaumenerzeuger der Europäischen Union, und ein großer Teil der Ernte endet im Kessel. Gemeint ist die Zwetschge, Prunus domestica, auf Rumänisch prună. Die Bäume tragen von Jahr zu Jahr unterschiedlich viel, sodass Menge und Süße der Ernte schwanken.

Für die Țuică de Argeș nennt das Register Pflaumensorten mit hohem Gehalt an Trockensubstanz. Solche Früchte sind fleischig und zuckerreich und bringen wenig Wasser mit, sodass im Destillat die Süße der Pflaume stehen bleibt. Entscheidend ist die Reife: Aus unreifen Früchten wird ein dünner, herber Brand, weil der Zucker fehlt, aus dem später der Alkohol entsteht.

Der Rohstoff ist nicht überall derselbe. Țuică meint im engeren Sinn Pflaumenbrand, doch auf dem Land wurden aus Kostengründen auch Maulbeeren und Mirabellen gebrannt, ebenso Weintrester. Pălincă kann dagegen aus Pflaumen, Birnen, Äpfeln oder Aprikosen entstehen und gilt als Spezialität des Nordwestens rund um Maramureș. Die Hausbrenner nehmen, was in ihrem Garten reif wird, und stellen sich auf den Zucker der Frucht ein.

Die Horincă de Cămârzana ist ein Pflaumenbrand mit freundlichem Fruchtton, dem die Steine einen leisen bitteren Zug mitgeben. Dazu kommt das Aroma der jeweiligen Pflaumensorte, das die Beschreibung ausdrücklich nennt. Obstgärten sind im Nordwesten Rumäniens dicht gesät.

Die Vinars-Namen hängen dagegen an Reben. Târnave liegt im siebenbürgischen Hochland, Murfatlar nahe der Küste der Dobrudscha, Segarcea im Kreis Dolj im Süden, Vrancea und Vaslui in der Moldau. Nach Angaben des Hauses entsteht der Vinars von Jidvei nur aus edlen Weinen. Am Anfang steht also ein guter Wein, denn Fehler im Wein bleiben im Brand meist erhalten.

Dazu im Lexikon

Obst als Rohstoff: der Calvados aus Apfel und Birne
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