
Pflaumenland Karpaten
Region & Geschichte
Țuică, der Pflaumenbrand Rumäniens, steht in den Dörfern des Karpatenbogens so selbstverständlich auf dem Tisch wie das Brot. Seit dem EU-Beitritt Rumäniens im Jahr 2007 führt das europäische Register neun rumänische Namen für Brände, die ein Gebiet an die Herkunft binden. Vier gehören zu den Obstbränden, fünf zu den Weindestillaten.
Die Țuică de Argeș trägt den Namen eines Kreises am Südrand der Karpaten. Țuică Zetea de Medieșu Aurit stammt aus dem Kreis Satu Mare im Nordwesten, ebenso die Horincă de Cămârzana. Pălincă schreibt sich mit ă und ist als eigener rumänischer Name eingetragen, nicht als Übersetzung der ungarischen Pálinka.
Die fünf Vinars-Namen gehören zu einer anderen Familie, denn Vinars wird aus Wein gebrannt, nicht aus Obst. Vinars Murfatlar, Vinars Segarcea, Vinars Târnave, Vinars Vaslui und Vinars Vrancea benennen Weinbauzonen vom Schwarzen Meer bis nach Siebenbürgen. Als Antragsteller nennt das Register unter anderem Jidvei für Târnave, die Domeniul Coroanei Segarcea für Segarcea und Vincon Vrancea aus Focșani für Vrancea und Vaslui.
Ein weiterer Name wartet noch auf seine Eintragung: Țuică de prune Sordony de Horezu ist als beantragt geführt. Im Alltag liegt die Țuică aber weit vor jeder Etikettenfrage. Sie begleitet Hochzeiten, Taufen, Erntefeste und Totenwachen und wird vielerorts im eigenen Dorf gebrannt.
Was der Schutz bedeutet, zeigt Argeș. Die Besonderheit der Țuică de Argeș liegt nach der Beschreibung im Register in der Anlage, die ein kurzes, einstufiges Brennen erlaubt, und in Pflaumensorten mit viel Trockensubstanz. Der Brand behält dadurch die Süße der Frucht, im Unterschied zu Bränden, die mehrfach destilliert werden. Der Name verrät damit Verfahren und Ort zugleich, und das macht ihn für Käufer wie Brenner verlässlich.