
Im Glas erkennen
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Eine gute Țuică riecht nach reifer Pflaume, ohne dass der Alkohol die Nase überrennt. Im Mund ist sie klar, leicht süßlich von der Frucht und mit einem warmen, kurzen Abgang. Nach dem Schluck bleibt kurz der Geschmack von Pflaumenkompott am Gaumen. Der Steinton, ein Hauch Bittermandel, gehört dazu, solange er dezent bleibt.
Bei der Horincă de Cămârzana kommt Kraft dazu. Nach der Beschreibung zeigt sie einen freundlichen Pflaumenton mit einer feinen Bitternote von den Steinen, und das Eichenfass legt Würze darunter. Eine gealterte Țuică bătrână zeigt dagegen Gold im Glas und Holzwürze neben der Pflaume.
Beim Vinars geht die Nase in eine andere Richtung. Das Haus Jidvei beschreibt seine lang gereiften Vinars-Abfüllungen nach eigenen Angaben mit Trockenfrüchten, Vanille und einer Note, die an Rum erinnert. Zum Vergleich bietet sich der Vinars Segarcea des Weinguts Domeniul Coroanei Segarcea im Kreis Dolj an, ein Weindestillat aus dem Süden des Landes.
Für alle gilt: Ein Tulpenglas oder Nosing-Glas mit schmaler Öffnung hält die Aromen zusammen. Ein kleines Gläschen ist in Rumänien üblich, doch zum Riechen und Vergleichen ist die Tulpe besser, weil sie den Duft zur Nase führt.
Die Temperatur entscheidet mit. Bei kühler Zimmertemperatur entfalten Țuică und Pălincă ihre Frucht, während zu kalt servierte Brände stumm bleiben. Einen gereiften Vinars darf man in der Hand ein paar Augenblicke wärmen. Wer mehrere Brände nebeneinander vergleicht, beginnt mit dem leichtesten und trinkt zwischendurch Wasser, damit die Nase frisch bleibt.
Auch die Stärke spricht mit. Ein doppelt gebrannter Brand wie die Horincă kann über fünfzig Volumenprozent erreichen, wirkt im ersten Moment scharf und öffnet sich mit einem Tropfen Wasser.