
Leitbrände im Vergleich
Brandstil
Țuică ist der Leitbrand des Landes: ein Pflaumenbrand, meist einmal gebrannt, mild genug, um vor dem Essen getrunken zu werden. Die Țuică de Argeș steht für diese weiche Linie, weil ihre Anlage kurz brennt und die Süße der Pflaume erhält.
Die Țuică Zetea de Medieșu Aurit ist der Pflaumenbrand aus dem Kreis Satu Mare, eigenständig eingetragen neben der Țuică de Argeș. Eigene Namen im Register bedeuten eigene Spielregeln für Rohstoff und Verfahren, auch wenn der Unterschied im Glas fein ausfällt.
Kräftiger tritt die Horincă de Cămârzana auf. Sie wird zweimal gebrannt, in Holz vergoren und in Eiche gereift und schmeckt nach Pflaume mit einem schmalen bitteren Rand von den Steinen. Pălincă ist üblicherweise doppelt gebrannt und kann aus Pflaumen, Birnen, Äpfeln oder Aprikosen stammen. Mit der ungarischen Pálinka teilt sie den Klang, aber nicht das Regelwerk, denn die ungarische Pálinka folgt einem eigenen Gesetz.
Auf der anderen Seite steht der Vinars, das Weindestillat. Rechtlich führt ihn die EU unter den Weindestillaten, nicht als Cognac und nicht automatisch als Weinbrand, denn Weinbrand setzt Eichenreifung voraus. Vinars Târnave verkörpert den holzgeprägten Typ, den das Haus Jidvei mit mindestens fünf Jahren im Fass beschreibt. Wer Țuică und Vinars vergleicht, schmeckt den Unterschied zwischen Frucht und Rebe: hier die runde Pflaume, dort Trockenobst und Vanille.
Wer sich Merkpunkte wünscht: Țuică ist der milde Pflaumenbrand für den Beginn des Essens, Pălincă und Horincă sind die kräftigeren, doppelt gebrannten Brände des Nordwestens. Vinars gehört zu einer anderen Familie, dem Weindestillat. Dazwischen liegen viele Zwischentöne, weil jeder Brenner seinen eigenen Kessel und seine eigene Handschrift hat.
Țuică de ArgeșObstbrand · Pflaumen mit viel Trockensubstanz
- Alkohol
- 40–50 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Klar, rund und süß nach reifer Pflaume, mild im Abgang, kurz in einer Stufe gebrannt.