
Vier Stufen
Brandstil
Was unterscheidet Pisco Corriente, Especial, Reservado und Gran Pisco? Der Unterschied liegt im Alkohol: Das Dekret legt Mindeststärken fest, 30 Grad für den Corriente oder Tradicional, 35 für den Especial, 40 für den Reservado und 43 für den Gran Pisco. Gemessen wird in Grad nach Gay-Lussac, was Volumenprozent entspricht. Eine Toleranz von einem halben Grad nach unten ist erlaubt.
Wichtig ist, was diese Namen nicht aussagen. Sie sagen nichts über die Trauben, denn alle vier Stufen dürfen aus denselben dreizehn Sorten stammen, und nichts über die Lagerung im Holz. Auch ein Corriente kann also aus Moscatel de Alejandría stammen. Dafür gibt es die Wörter guarda und envejecido.
Der Corriente, auch Tradicional genannt, ist die unterste Stufe und der schwächste Brand, den das Dekret noch Pisco nennen lässt. Der Especial liegt fünf Grad darüber, der Reservado noch einmal fünf.
Als Leitbrände stehen drei Stufen im Mittelpunkt: Especial, Reservado und Gran Pisco. Alle stammen aus Wein der Pisco-Zone und wurden in Blasen mit unterbrochenem Betrieb gebrannt.
Gegenüber dem peruanischen Pisco, der ohne Wasser und ohne Holz auskommt, hat der chilenische Brand mehr Spielraum. Wasser zum Herabsetzen und Holz sind erlaubt, die Stärke beginnt bei 30 Grad.
Der Gran Pisco mit mindestens 43 Grad steht am oberen Ende der Skala. Im Glas zeigt sich bei allen Stufen zuerst der Duft der Muskattrauben, der Alkohol bestimmt dann, wie warm der Brand im Mund wird. Auch Mixgetränke sind geregelt: Ein Cóctel de Pisco muss mindestens 4 Grad haben, ein Pisco Sour mindestens 12. Das Dekret meint damit Getränke, die in Atacama und Coquimbo hergestellt und abgefüllt werden.
Pisco EspecialWein- und Traubenbrand · Muskattrauben der Pisco-Zone
- Alkohol
- 35–40 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Duft nach Muskattrauben und Blüten; mindestens 35 Grad, die Stufe sagt nichts über Holz.