
Klar, kirschig, trocken
Brandstil
Fränkisches Kirschwasser ist der Leitbrand der Gegend: glasklar, mit dem Duft reifer Süßkirschen und einem feinen Ton nach Bittermandel, der vom Stein kommt. Im Mund ist er trocken, ohne Zucker, und im Abgang bleibt Wärme. Er wird aus Kirschen gebrannt, die aus Franken stammen, und kommt mit mindestens 40 Prozent Alkohol in die Flasche. Das macht ihn zu einem schnörkellosen, trockenen Gegenstück zu den süßen Kirschlikören.
Der Vergleich zum Schwarzwälder Kirschwasser liegt nahe, und beide gehören zur selben Kategorie, dem Obstbrand. Der Unterschied ist zuerst einer der Herkunft: Jede Angabe ist rechtlich geschützt und bindet den Namen an die jeweilige Region. Wie sich die Brände im Glas unterscheiden, hängt stärker vom Brenner, vom Jahrgang und von der Reifung der Früchte ab als von der Postleitzahl.
Neben dem Kirschwasser tragen zwei weitere fränkische Brände eine geschützte Angabe, beide seit 1989. Fränkisches Zwetschgenwasser ist der Brand aus Zwetschgen, also aus einer anderen Frucht mit eigenem Pflaumenton. Fränkischer Obstler ist ein Mischbrand, bei dem mindestens 85 Prozent der Maische aus Äpfeln oder Birnen stammen müssen, der Rest darf aus anderen Früchten kommen.
Wer Kirschwasser vom Kirschlikör trennen will, achtet auf den Zucker. Beim Obstbrand sind höchstens 18 Gramm Zucker je Liter erlaubt, ein Likör ist dagegen deutlich süßer. Und ein Kirschgeist wäre wieder etwas anderes: ein Destillat aus eingelegten, unvergorenen Kirschen in Alkohol, kein Brand aus der Maische.
Fränkisches KirschwasserObstbrand · Süßkirschen aus Franken
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–2 Jahre
Glasklar, reife Kirsche und feiner Bittermandelton vom Stein, trocken mit warmem Abgang.