
Herb, klar, birnig
Brandstil
Ein Hohenloher Birnenbrand riecht nach reifer Birne, aber nicht süßlich wie ein Birnensaft. Dazu kommt, nach der Beschreibung des Herkunftsnamens, eine deutlich spürbare Gerbstoffnote, ein leicht herber Zug, der vom Hochstamm und von der Mostbirne herrührt. Im Mund wirkt er trocken, nicht süß, mit einer klaren, sauberen Nase ohne Schnörkel.
Hohenloher Birnenwasser und Hohenloher Birnenbrand sind dasselbe Produkt. Beide Namen stehen gemeinsam unter Schutz. Wasser meint hier keinen Zusatz, sondern ist die klassische Alternativbezeichnung für einen Obstbrand, wie beim Kirschwasser.
Der Unterschied zum Williams-Brand liegt in der Sorte. Williams Christ ist eine Tafelbirne, ihr Brand gilt als weich und fruchtig. Der Hohenloher Typ ist herber und etwas widerständiger, wie die Bäume, auf denen er wächst. Er hat mehr Zug und weniger Süße.
Auch ein Obstler ist etwas anderes. Er muss zu mindestens 85 % aus Äpfeln, Birnen oder beiden bestehen, der Rest darf andere Früchte sein. Der Birnenbrand dagegen kommt aus einer einzigen Fruchtart und aus einer einzigen Gegend. Auf dem Etikett erkennt man den echten Hohenloher Typ am geschützten Namen. Steht nur Birnenbrand ohne Herkunft da, können die Früchte von überall stammen.
Im Holzfass gereift, verschiebt sich das Bild. Die Farbe wird gelblich bis bräunlich, die Gerbstoffe bekommen Gesellschaft vom Holz, die Frucht rückt etwas nach hinten. Wer beide nebeneinander riecht, merkt schnell, dass das Holz den Charakter verändert, die Birne aber nicht verdeckt.
Hohenloher Birnenbrand / BirnenwasserObstbrand · Hohenloher Mostbirnen vom Hochstamm
- Alkohol
- 38–45 % vol
- Reife
- 0–2 Jahre
Klar, reife Birne mit spürbarer Gerbstoffnote, trocken und leicht herb im Abgang.