
Kleine dunkle Kirschen
Frucht & Rohstoff
Die Kirschbäume rund um Oberkirch sind Hochstämme, so hoch, dass bei der Ernte Leitern nötig werden. Sie wachsen am Rand des Rheingrabens, wo das Klima mild ist und der Obstbau seit Jahrhunderten zu den Höfen gehört. Das gilt für das Renchtal ebenso wie für die übrige Ortenau und das benachbarte Achertal.
Gebrannt wird nicht die Kirsche vom Markt. Brennkirschen sind klein, dunkel und kräftig im Aroma. Große Tafelkirschen sind für den Korb gezüchtet und nicht für das Glas.
Drei alte Sorten sind in Oberkirch wieder gefragt: der Meisenbühler Schlapper, die Schwarze Schüttler und die Rencher Wegkirsche. Sie gelten als besonders aromatisch und widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Dafür sorgt die Initiative „Jungland“, ein Bündnis von Obstbauern, das vor etwa fünf Jahren entstand. Wer alte Sorten pflanzt und pflegt, bekommt Abnahme und Preis zugesichert; die Brennerei Fies hat das Bündnis mit angestoßen. So wissen die Bauern schon beim Pflanzen, wohin ihre Früchte später gehen.
Das ist wichtig, weil ein Hochstamm erst nach etlichen Jahren trägt und dann Jahrzehnte lang Ernte bringt. Wer ihn setzt, plant für die nächste Generation. Der Gesetzgeber begründet die ermäßigte Steuer für Abfindungsbrenner genau damit: Streuobstwiesen sollen erhalten bleiben.
Geerntet wird im Sommer, wenn die Früchte voll ausgereift sind, denn nur dann steckt genug Zucker für die Gärung in ihnen. Neben der Kirsche wächst im Renchtal die Zwetschge, aus der das Schwarzwälder Zwetschgenwasser entsteht. Auch sie trägt einen Stein, und der färbt den Brand: Im Hintergrund liegt ein feiner, leicht herber Mandelton.