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Region & Geschichte in der Region Rheinhessen & Pfalz

Eckes und Scharlachberg

Region & Geschichte

In Nieder-Olm bei Mainz betrieb der Landwirt Peter Eckes 1857 ein kleines Fuhrgeschäft und brannte nebenher Schnaps aus Obst und aus den Resten der Weinbereitung. Als in den frühen 1870er Jahren die Bahn zwischen Mainz und Alzey fuhr, gab die Familie das Fuhrwesen auf und widmete sich ganz den Getränken. Aus der Hofbrennerei wurde ein Haus, das nach dem Krieg den deutschen Weinbrandmarkt anführte.

Den Sprung brachte das Wirtschaftswunder. 1952 stellte Eckes Chantré vor, nach Angaben des Hauses der erste milde Weinbrand. Der Name stammt vom Mädchennamen der Frau von Ludwig Eckes. Ab 1953 verdreifachte sich der Umsatz drei Jahre in Folge, und 1957 lag Chantré laut Firmengeschichte mit rund 30 Prozent Marktanteil an der Spitze der deutschen Weinbrände.

Auch Mariacron hat rheinhessische Wurzeln. Der Name geht auf eine Klosterbrennerei in Oppenheim zurück, die Eckes erwarb und zur Marke ausbaute. 2007 übernahm Rotkäppchen-Mumm das Spirituosen- und Weingeschäft von Eckes, seitdem gehört Chantré zu dieser Getränkegruppe.

Weiter rheinabwärts gründete Friedrich Wilhelm Petzsch 1898 eine Cognac-Brennerei, seit 1911 sitzt sie in Bingen. Nach dem Versailler Vertrag durfte der Name Cognac nicht mehr auf deutschen Flaschen stehen. Die Firma hieß ab 1919 Weinbrennerei Scharlachberg und brachte 1920 den Scharlachberg Meisterbrand heraus.

Geschützt ist heute der Name Pfälzer Weinbrand, seit 2008 als geografische Angabe im EU-Register. Er darf nur auf Weinbrand stehen, der in der Pfalz aus Wein von dort gebrannt wird. Das Gebiet folgt den Verwaltungsgrenzen und reicht deshalb bis Mainz, Worms und in den Kreis Mainz-Bingen. Neben den großen Häusern brennen Winzer in kleinen Abfindungsbrennereien, mit behördlicher Erlaubnis und höchstens 300 Litern reinem Alkohol im Jahr. Brennen ohne Erlaubnis ist in Deutschland verboten.

Dazu im Lexikon

Worin sich Cognac vom deutschen Weinbrand unterscheidet
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