
Ugni blanc
Frucht & Rohstoff
Ugni blanc, in Italien als Trebbiano bekannt, steht auf mehr als 98 Prozent der Cognac-Rebfläche. Die Traube reift spät, trägt reichlich und liefert einen säurereichen Wein mit wenig Alkohol. Ein solcher Wein ergibt beim Brennen einen frischen Brand, weil Säure und Aromen sich dabei verdichten. Der Armagnac lässt zehn Rebsorten zu, im Cognac-Gebiet dominiert dagegen eine einzige.
Daneben erlaubt die Herkunftsregel Colombard, Folle blanche, Montils und Sémillon, außerdem Folignan bis zu einem Zehntel. Wer durch die Rebgärten fährt, sieht trotzdem fast nur Ugni blanc. Die Zeilen ziehen sich zwischen Getreidefeldern, Sonnenblumen und kleinen Waldstücken hin, und ein durchschnittlicher Betrieb im Cognac-Gebiet bewirtschaftet rund 20 Hektar.
Der Boden prägt jede Lage anders. In den Borderies stehen die Stöcke auf schwerem Ton mit Feuerstein, in den Fins Bois auf roten, steinigen Groies, in den Bons Bois zum Teil auf Sand und an der Küste, auf Ré und Oléron, überwiegend auf sandigem Grund. Ob sich das später im Glas zeigt, prüfen Abfüller, die die Lagen getrennt halten. Single-Cru-Flaschen wie die aus den Borderies leben genau von dieser Idee, und sie sind der Grund, weshalb kleine Lagen überhaupt einen Namen auf dem Etikett tragen.
Die Lese fällt in den frühen Herbst, meist in den Oktober. Geerntet wird nach Säure und Zucker, und der Wein soll schlank bleiben. Auf Ré und Oléron streicht salzige Seeluft über die Zeilen, die Inseln sind über Brücken zu erreichen, und zwischen Dünen, Salzgärten und Austernbecken liegen kleine Rebparzellen.
Heute zählt das Gebiet 87 648 Hektar Reben, mehr als das Doppelte des Tiefstands nach der Reblaus. Weil fast alles Ugni blanc ist, entstehen die Unterschiede zwischen den Lagen weniger durch die Sorte als durch Boden, Klima und Ausbau.