
Blume bis Küste
Brandstil
Der Cognac aus den Borderies fällt durch Blumen und Nüsse auf: Veilchen, Haselnuss und Toffee, rund und weich. Weil der Cru so klein ist, bleiben reine Borderies-Abfüllungen überschaubar. Wo liegt der Unterschied zu den Fins Bois und Bons Bois? Vor allem in Blume, Frucht und Tempo.
Die Fins Bois liefern den Alltag des Gebiets: gut gerundete, fruchtige Brände, die früher trinkreif sind als die aus den Champagnes. Der Name heißt wörtlich „feine Wälder“, die Bons Bois sind die „guten Wälder“. Wegen der großen Fläche stecken die Fins Bois in vielen Verschnitten, doch einzelne Häuser füllen sie auch mit Lagenangabe ab.
Die Bons Bois wachsen auf Sandböden, auf Küstenstreifen und in manchen Tälern, vor allem im Süden. Die Bois ordinaires, auch Bois à terroirs genannt, liegen am Meer und auf den Inseln Ré und Oléron. Beide Namen sind auf Etiketten selten, und die Brände gelten als leichter, weniger vielschichtig und früher reif.
Zu den Champagnes ist der Abstand klar. Dort liegen Kreideböden, die für lange Reifung bekannt sind; hier stehen Ton mit Silex, rote Groies und Sand, und die Brände sind früher bereit. Die meisten Cognacs sind Verschnitte vieler Lagen und Jahrgänge. Ein Single Cru nimmt dagegen nur Brände einer einzigen Lage, ein Cru-Name auf dem Etikett setzt voraus, dass alle Trauben von dort stammen.
Reine Jahrgangs- und Einzelfassabfüllungen gibt es vor allem von unabhängigen Händlern, die einzelne Fässer aus den Randlagen aufkaufen und auf Fassstärke abfüllen. Die Lage sagt also nichts über das Alter einer Flasche, sondern über ihren Charakter. Der Pineau des Charentes kommt aus demselben Gebiet, ist aber kein Brand: Er ist ein Likörwein aus Traubenmost und Cognac-Branntwein.
Cognac BorderiesWein- und Traubenbrand · Ugni blanc, Lage Borderies
- Alkohol
- 40–46 % vol
- Reife
- 4–20 Jahre
Bernstein, Veilchen und Haselnuss, weich und rund, früh trinkreif.