
Marc oder Fine
Brandstil
Marc oder Fine, das entscheidet der Rohstoff und nicht das Alter. Der Marc stammt aus Traubentrester und zählt in der EU zu den Tresterbränden, die Fine stammt aus Wein und zählt zum Branntwein. Beide reifen in Eiche. Wer Marc und Grappa vergleicht, schmeckt denselben Grundgedanken mit anderem Akzent: Der Grappa ist italienisch, der Marc französisch, beide sind Tresterbrand.
Der Marc de Bourgogne gilt als der kernige Vertreter. Die Branche beschreibt ihn mit krautigen, würzigen Noten, leicht fruchtigen Aromen und Karamell, die Farbe ist ein tiefes Goldbernstein, die Gerbstoffe sind ausgeprägt. Dass er rustikaler wirkt als ein Weindestillat, liegt am Rohstoff: Schalen und Kerne bringen andere Aromen mit als Wein.
Die Fine de Bourgogne kommt ohne Schalen aus und bringt deshalb weniger Gerbstoff mit. Rechtlich steht sie dem Cognac näher, denn beide gehören zum Branntwein und liegen mehrere Jahre in Eiche, nur eben aus Burgund und nach eigener Appellation.
Der Marc champenois fällt anders aus. Das Lastenheft beschreibt seine Aromen von blumig und frisch bis zu wärmeren, schokoladigen Noten, im Holz kommen Vanille und Holzwürze dazu. Die Fine champenoise, offiziell Eau-de-vie de vin de la Marne, ist ein Weindestillat und das Gegenstück zur Fine de Bourgogne.
Der Marc du Jura und der Marc de Savoie sind die südlichen Geschwister. Beide tragen eine geschützte geografische Angabe, der Jura-Marc ist wegen der Pflichtreifung im Holz bernsteinfarben.
Nicht in diese Reihe gehört der Ratafia. Er ist ein Likörwein aus Most und Brand, kein Destillat, und wird deshalb nicht als Marc oder Fine verkauft.
Marc de BourgogneTresterbrand · Traubentrester aus Burgund
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 2–10 Jahre
Goldbernstein, krautig und würzig mit Karamell; kräftige Gerbstoffe, kernig im Abgang.