
Nase zuerst
Verkosten
Ein Nosing-Glas oder ein Tulpenglas hält die Aromen zusammen und lässt sie sich im Kelch sammeln. Bei einem Brand mit 40 % vol atmet man nicht tief ein, sondern hält die Nase über den Rand und lässt den Mund leicht geöffnet. Zuerst am Glas riechen, dann einen kleinen Schluck nehmen und ihn kurz im Mund halten.
Gereifter Marc und gereifte Fine zeigen sich bei Zimmertemperatur am besten, eher kühl als warm, weil Wärme den Alkohol hervorhebt. Ein, zwei Tropfen Wasser öffnen manche Aromen. Zwischen den Proben genügen Wasser und ein Stück Brot.
Ein Marc de Bourgogne bringt nach Angaben der Branche krautige, würzige Noten mit, dazu leicht fruchtige Aromen und Karamell. Im Mund wirkt er kernig, die Gerbstoffe sind spürbar.
Eine Fine de Bourgogne mit mehreren Jahren Eiche zeigt dagegen den Holzton von Vanille und Gewürz auf einem Weindestillat, ohne die Schalenherbe des Marc. Weil sie mindestens drei Jahre im Holz lag, ist der Eichenanteil im Geruch meist deutlich.
Beim Marc champenois lohnt der Vergleich zweier Stufen. Der weiße, nur im Tank geruhte Marc riecht blumig und frisch, der im Holz gereifte wärmer, schokoladig, mit Vanille.
Wer vergleichen möchte, stellt vier Gläser nebeneinander: Marc de Bourgogne, Fine de Bourgogne, Marc champenois und Marc du Jura. Von blumig bis würzig reicht die Spanne, von farblos bis tief bernsteinfarben die Farbe.
In Burgund stand der Marc traditionell als Digestif in kleinen Gläsern auf dem Tisch. Daneben gibt es eine zweite Gewohnheit: Der Brand kommt in eine heiße Kaffeetasse, auf deren Boden Zucker schmilzt.