
Glas und Nase
Verkosten
Wie trinkt man Cognac richtig? Die beste Wahl für Cognac ist ein Tulpenglas oder Nosing-Glas, denn es verjüngt sich nach oben und bündelt die Aromen über dem Rand. Der Brand hat idealerweise Zimmertemperatur, denn Kälte dämpft den Duft. Eingeschenkt wird üblicherweise nur wenig. Ein weiter Schwenker bringt mehr Alkoholdunst nach oben.
Am Anfang steht die Nase. Wer das Glas zu tief in die Nase steckt, riecht vor allem Alkohol, der die feineren Düfte überdeckt. Besser ist es, das Glas zunächst auf Abstand zu halten und es langsam näher zu führen. Erst dann kommt ein kleiner Schluck, der ein paar Sekunden im Mund bleiben darf.
Was schmeckt man im Cognac? Der BNIC zählt über 60 Aromen, die in ihm gefunden wurden. Junge Brände wirken frisch und fruchtig, mit Vanille aus dem Holz. Ältere zeigen getrocknete Früchte und Gewürze, dazu eine Tiefe, die sich erst nach Minuten im Glas ganz öffnet. Auch die Dauer des Abgangs lohnt Aufmerksamkeit: Ein XO hält den Geschmack oft deutlich länger im Mund als ein VS.
Zum Vergleichen taugen Flaschen aus beiden Städten: Hennessy Very Special und Martell VSOP aus Cognac, Hine Rare VSOP und Delamain Pale & Dry XO aus Jarnac. Nebeneinander probiert, zeigt sich, wie unterschiedlich dieselbe Stufe wirken kann.
Wer mag, gibt einen Tropfen Wasser dazu. Er löst bei manchen Bränden zusätzliche Aromen, bei anderen verwässert er nur. Das Glas darf dabei ruhig eine halbe Stunde stehen, denn Cognac verändert sich im Glas.
Cognac wird mit mindestens 40 Prozent Alkohol verkauft. Das ist der Grund, warum man ihn in kleinen Mengen probiert und zwischen den Sorten Wasser trinkt, damit die Nase frisch bleibt.