
Birne gegen Apfel
Brandstil
Calvados Domfrontais ist der Leitbrand der Region. Er riecht nach reifer Birne, gekochter Frucht und Eiche, wirkt meist weicher und leichter gebaut als ein reiner Apfelbrand und bleibt frisch, obwohl er mindestens drei Jahre im Fass lag. Der Birnenanteil von mindestens 30 Prozent ist hier kein Zusatz, sondern der Grund für den Stil.
Der allgemeine Calvados ist der zweite Brand im Steckbrief. Er darf in der Blase oder in der Kolonne gebrannt werden, muss nur zwei Jahre in Eiche reifen und ist meist vom Apfel geprägt. Je nach Haus reicht er von fruchtig und leicht bis zu dunkel, würzig und schwer.
Der Pays d'Auge, der berühmte Nachbar, wird ausschließlich doppelt in der Blase gebrannt und gilt als kräftiger, dichter und vielschichtiger. Der Domfrontais antwortet mit Frische und Frucht. Wer beide nebeneinander hält, merkt den Unterschied weniger an der Farbe als an der Nase.
Abseits des Calvados führt das EU-Register weitere Namen. Eau-de-vie de poiré de Normandie ist ein geschützter Name für Brand aus Birnenwein, Eau-de-vie de cidre de Bretagne und Eau-de-vie de cidre du Maine stehen für Apfelbrände aus den Nachbarregionen. Auf ihren Etiketten steht nicht Calvados, denn sie sind eigene Herkünfte mit eigenen Regeln.
Allen Calvados-Herkünften gemeinsam sind mindestens 40 Prozent Alkohol und der Verzicht auf neutralen Sprit. Innerhalb dieser Grenzen entscheiden Birnenanteil, Brennverfahren und Fassalter über den Stil, und das ist im Domfrontais mit seinen hochstämmigen Gärten besonders gut zu schmecken.
Calvados DomfrontaisApfel- und Birnenbrand · Mostbirnen (mind. 30 %) und Mostäpfel
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 3–15 Jahre
Reife Birne und Eiche, weicher und frischer als viele Apfelbrände; nur Kolonne.