
Sieben geschützte Namen
Region & Geschichte
Woher stammt der Kirsch, aus dem Schwarzwald oder aus dem Elsass? Einen Erfinder gibt es nicht. Kirschbrände entstanden über Jahrhunderte im ganzen Oberrheinraum, in den Tälern der Vogesen und auf den Hügeln dahinter, überall dort, wo Bauern mehr Kirschen hatten, als sie essen oder verkaufen konnten.
Am besten beschrieben ist die Geschichte von Fougerolles in der Haute-Saône, am Fuß der Vogesen. Nach der Inventarkarte des französischen Kulturministeriums zum immateriellen Kulturerbe beginnt dort im 17. Jahrhundert das Gären und Brennen der Kirschen. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gilt Fougerolles als Land des Kirsch, und der Brauch will es, dass jedem Brautpaar ein Kirschbaum geschenkt wurde.
Frankreich kannte den Brenner vom Hof lange als eigenen Stand: Die Bouilleurs de cru, Brenner aus eigener Ernte, durften nach einem Gesetz von 1923 zehn Liter reinen Alkohol steuerfrei herstellen. Dieses Privileg wurde nach und nach abgebaut; das Haushaltsgesetz für 2008 verschob die endgültige Abschaffung auf Ende 2012.
Heute schützt die EU sieben Namen aus dieser Gegend, alle am 12. Juni 1989 ins Register eingetragen: Kirsch d'Alsace, Framboise d'Alsace, Mirabelle d'Alsace, Quetsch d'Alsace, Marc d'Alsace Gewurztraminer, Mirabelle de Lorraine und Kirsch de Fougerolles. Das Datum ist der Registereintrag, die Brenntradition ist weit älter. Bei Mirabelle de Lorraine und Kirsch de Fougerolles müssen Ernte, Gärung, Brennen und Reifung im abgegrenzten Gebiet stattfinden.
Zwei Häuser sind über die Region hinaus bekannt: die Distillerie Miclo in Lapoutroie, 1962 von Gilbert Miclo gegründet, und die Distillerie Metté in Ribeauvillé, wo Jean-Paul Metté in den 1960er Jahren eine eigene Brennblase anschaffte und Obst bei Bauern der Umgebung einkaufte.