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Region & Geschichte in der Region Kreta

Raki ohne Anis

Region & Geschichte

Raki auf Kreta ist kein Anisschnaps wie der türkische Rakı. Auf der Insel meint das Wort die Tsikoudia, einen klaren Tresterbrand aus den Resten der Weinpresse, der nach Traube schmeckt und keinen Anis enthält. Wer in Chania, Rethymno oder Heraklion nach Raki fragt, bekommt dieses Destillat eingeschenkt.

Die Tsikoudia ist ein Produkt der Sparsamkeit. Wer Wein presst, behält Schalen, Kerne und Stiele übrig, und aus diesen Rückständen machten Winzerfamilien ein zweites Getränk, das sich aufbewahren und verschenken ließ. Wann das auf Kreta begann, weiß niemand genau.

Der Name ist heute geschützt. Im EU-Register der geografischen Angaben für Spirituosen steht die Tsikoudia of Crete als Tresterbrand, und nach dem technischen Dossier gilt die Bezeichnung Tsikoudia in Griechenland für Brand, der auf Kreta erzeugt wird. Beschrieben wird er als farblos, klar und geprägt von den Aromen der verwendeten Rebsorten.

Gebrannt wird in Griechenland nur mit Genehmigung. Aus kretischen Dörfern wird berichtet, dass ein oder zwei zugelassene Brenner im Herbst ihre Kazani, den Kupferkessel, für die ganze Nachbarschaft heizen. In Deutschland wäre das Brennen ohne Erlaubnis dagegen verboten, auch mit eigenem Trester.

In der gesamten EU muss ein Tresterbrand mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben. Innerhalb dieses Rahmens liegt die Stärke der Insel weniger in großen Marken als in der Nähe zu Dorf, Weinberg und Brenner, den man beim Namen kennt.

Ein einfacher Versuch trennt Raki und Ouzo. Gibt man einen Schuss Wasser zu Ouzo oder zum türkischen Rakı, wird die Flüssigkeit milchig, weil sich das Anisöl ausscheidet. Die kretische Tsikoudia bleibt klar.

Dazu im Lexikon

Grappa, der italienische Tresterbrand im Vergleich
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