
Anis oder pur
Brandstil
Tsipouro mit oder ohne Anis: Was ist der Unterschied? Beides ist Tresterbrand, doch die eine Variante bleibt reiner Trester, die andere bekommt Anis. Pur schmeckt Tsipouro nach Traube, Blüte und Stein, mit Anis kippt das Aroma in Richtung Lakritz und Fenchel. Anisfreie Flaschen tragen einen Hinweis auf dem Etikett.
Was unterscheidet Tsipouro mit Anis von Ouzo? Ouzo ist eine eigene Anisspirituose mit eigenem Recht, bei Tsipouro bildet der Trester das Rückgrat und der Anis ist ein Zusatz. Ähnlich liegt es bei Rakı aus der Türkei, einem Anisbrand auf Traubendestillat-Basis. Die kretische Tsikoudia dagegen bleibt anisfrei und gehört zu einer anderen Region.
Die drei geschützten Namen unterscheiden sich vor allem durch ihr Gebiet. Tsipouro of Tyrnavos steht für die Stadt in der thessalischen Ebene, Tsipouro of Thessaly für das ganze Gebiet, Tsipouro of Macedonia für den Norden. Jeder Name hat seine eigene Beschreibung, und beim Einkauf lohnt der Blick auf drei Dinge: den geschützten Namen, die Angabe mit oder ohne Anis und die Traubensorte, falls sie genannt wird.
Wie viel Alkohol hat Tsipouro? Meist 40 bis 45 % vol, die EU erlaubt Tresterbrand ab 37,5 % vol. Metaxa steht daneben als Gegenpol: bernsteinfarben, mit Muskatwein, Rosenblättern und Kräutern abgerundet, weder Tsipouro noch Brandy im Sinne der EU.
Auch die Traube färbt den Stil. Muskat-Trester gibt meist blumige, an Rose und Traube erinnernde Töne, Xinomavro-Trester mehr Würze und Gerbstoff. Der Brandstil folgt außerdem dem Tisch: In Griechenland gehört Tsipouro meist zum Essen und nicht danach ins Glas, anders als ein Cognac oder ein Grappa als Digestif.
Tsipouro of TyrnavosTresterbrand · Traubentrester, vor allem Muskat
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Klar, Blüten- und Traubenton, trocken; mit oder ohne Anis.