
Drei Grappa-Typen
Brandstil
Wer die Grappa veneta kennenlernen will, trifft auf drei Haupttypen. Die Grappa bianca ist klar, jung und direkt, der Klassiker aus Stahl oder Glas. Die invecchiata ab zwölf und die riserva ab 18 Monaten Holz tragen Farbe und Holznoten. Die dritte Gruppe nennt sich nach ihrer Traube, etwa aus Glera.
Die Grappa veneta ist keine einheitliche Marke, sondern eine geschützte Herkunftsangabe. Trester aus Veneto-Trauben, im Veneto destilliert: Das lässt Raum für viele Stile, vom blumigen Brand aus weißen Sorten bis zur kräftigen Grappa aus Merlot- und Cabernet-Trester.
Anders als die Grappa di Barolo aus dem Piemont, die ihr Profil dem Nebbiolo verdankt, kennt das Veneto keine einzelne Leitsorte. Der Stil entsteht hier eher im Haus als in der Rebe, durch den Schnitt zwischen Vorlauf, Herz und Nachlauf, durch die Art des Kessels und durch die Lagerzeit. Wer Nardini und Poli vergleicht, schmeckt das am deutlichsten.
Der Unterschied zwischen Grappa und Weinbrand ist schnell erklärt: Grappa entsteht aus den Resten der Traube, Weinbrand aus fertigem Wein. Grappa, Marc, Orujo und Tsipouro sind im Kern Verwandte, denn alle sind Tresterbrand. Sie unterscheiden sich in Herkunft, Rebsorten und Brennverfahren, nicht in der Idee.
Die Steckbriefe darunter zeigen die drei Typen mit ihren üblichen Spannen. Sie gelten für Abfüllungen aus dem Handel, einzelne Häuser können davon abweichen, besonders bei der Lagerzeit der Holzgrappa. Wer sich einen eigenen Eindruck verschaffen will, vergleicht am besten eine bianca und eine invecchiata desselben Hauses, denn dann bleibt die Handschrift der Brennerei gleich und nur Holz und Zeit ändern das Bild. Die Alkoholstärke liegt im Handel meist zwischen 40 und 45 Prozent, gesetzlich verlangt sind mindestens 37,5.
Grappa bianca aus dem VenetoTresterbrand · Trester von Glera, Merlot, Garganega
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Glasklar, Traubenschale und weiße Blüten, im Antrunk scharf, danach weich und trocken.